Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 112)
- Language
- German
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109 der etwa noch schwach protestirenden Wissenschaft Nichts gegen sie vermochte 1). Eins muss jedoch constatirt werden, dass selbst in diesen düsteren Zeiten, alles das von den Rabbinen aufs Strengste abgewiesen wurde, was irgendwie die ererbte Lehre von der Einheit Gottes hätte trüben können. Das ist so klar aus den Quellen ersichtlich, dass selbst Schorr, der im Hechaluz, siebentem Jahrgang, mit wirklich grossem Fleisse Alles gesammelt hat, was auf eine Verwandtschaft' der Lehren oder Sitten des Judenthums mit der eranisehen Religionslehre hinweist, zugeben muss, oder sagen wir lieber, gern zugiebt, dass Lehren, die dem reinen Monotheismus zuwiderlaufen, von den jüdischen Lehrern allezeit bekämpft worden sind. Ich sage: «gern zugiebt,» da Schorr nicht blos solche Stellen sammelt, die für diese Verwandtschaft sprechen, sondern auch eine sehr grosse Anzahl solcher, die seiner Ansicht nach jüdischerseits die Absicht verrathen, gegen den Eranismus anzukämpfen und dessen dem Monotheismus oder sonstigen Grundanschauungen des Judenthums zuwiderlaufenden Lehren nicht auf kommen zu lassen2). Was nun diese Stellen selbst betrifft, sei es jene, die diese nahe Verwandtschaft, sei es solche, die die Gegnerschaft beweisen sollen, so können wir uns hier nicht darauf einlassen, da es nicht in der Tendenz unserer Abhandlung liegt, die Lehren des Judenthums überhaupt in ihren Beziehungen zu anderen Religionssystemen3), sondern nur die Stellungnahme des Judenthums speciell zum l) So ist Raba, der, wie wir oben gesehen, das Wesen des Traumes genau gekannt hat, fast widerstandslos den Betrügereien eines Bar Hedia erlegen. ף s. ibid. von s. 35 an (ich hebe z. b. hervor): כפי תורת הפרסיים מקדשין הירח ג' פעמים בחדש ונגד זה תנא דבי ר׳ ישמעאל אילמלא לא זכו ישראל אלא להקביל פני אביהן שבשמים כל חרש וחדש דיין (סנהדרין מ״ב ע״א) וראה רש״י שם דהיינו ולאשר הפרסיים יכוונו תפלתם ללבנה עצמה תקנו הם לומר ביוך.פ״א בחדש יוצרך ברוך עושך* ברוך קונך ברוך בוראך (מם' סופרים פרק כ'•) " 3) In meiner im Jahre 1849 herausgegebenen Schrift: «Die Religionsphilosophie des Sohar» habe ich allerdings, insoweit es speciell die Kabbala betrifft, dieses Thema im dritten Theile berührt. Man vergleiche besonders das letzte Capitel, in welchem ich gegen Professor Frank in Paris den Nachweis geführt habe, dass die Grundlehren der Kabbala nicht aus dem Religionssysteme Zoroasters geschöpft seien, dass dieselben vielmehr neben einigen Entlehnungen aus dem Neuplatonismus, die jedoch mehr formeller als materieller Natur sind, wie neben einigen Analogien mit verschiedenen religionsphilosophischen und theosophischen Systemen (darunter allerdings auch mit dem Parsismus), ureigene, auf dem Baume des Judenthums gewachsene, aber nach kabbalistischer Eigenart verarbeitete Grundanschauungen enthalten.