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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 110

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 110)
Language
German
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IRI
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107 Einführung solcher fremden Ideen, von denen sie eine Trübung der Reinheit ihrer Lehren voraussetzten oder auch nur vermutheten. 3. Eine grosse Zahl der Rabbinen hatte zu sehr die Wissenschaften cultivirt, als dass sie so leicht dem crassen Aberglauben sich hätten hingeben können. Mathematik1), Astronomie2), Arzneikunde3) ף Vgl. Horajot 10. a. von den beiden Gelehrten שיודעים לשער כמה טפות בים» man hraucht ja auch nur die Traktate Kilaim, Erubin und Succa sich genauer anzusehen, um zu wissen, dass die Mathematik den Rabbinen nicht fremd war. Vgl. Zuckermann, «Das Mathematische im Talmud.» 2) So Rosch haschanah 24. a. und 25.3. über R. Gamaliel, Horajot 10. a. über R% J e h o s c h u a (dem der Halleysche Komet und dessen Umlaufszeit schon bekannt gewesen zu sein scheint), Berachot 58. b. über Mar Samuel, auch genannt שמואל ירחינאה, der Astronom (Baba Mezia 85. b.); vgl. Geschichte des jüdischen Kalenderwesens von Lewisohn, Leipzig 1856. 3) Ich verweise nur auf R. Chanina, Mar Samuel u. A. In Bezug auf Thierarzneikunde vgl. man ׳דיני טריפות die zwar in den Hauptrubriken sinaitischtraditionell sind, innerhalb dieser Rubriken jedoch ein eingehendes Studium über Lebensfähigkeit erforderten. Vgl. Mischna Chulin 42. a. הכלל כל שאי[ כמוה חיה Hl טריפה und Gemara ibid. 43• a. ׳אמר עולא ח מיני טריפות וכל ferner 43. b. die Controverse über 44 ׳תורבץ הושט• a. über עיקור סימנים und sonst an vielen Stellen über mancherlei Modalitäten. Vgl. auch Jad hachasaka, Hilchot Schechita 5, 3. Bei den älteren Lehrern ist aber selbst in den Details Tradition und medizinisches Wissen so in einander geflossen, dass gegentheilige ärztliche Ansichten aus späterer Zeit daran Nichts mehr ändern können (Jad hachasaka ibid. Cap. 10 § II bis 13). Soeben kommt mir «Die Zeit» 1880 Nr. 21 zu Gesichte, in der in einem Artikel, überschrieben «Maimonides als Arzt von Dr. Duschak», Folgendes zu lesen ist: «Wenn bei einem Thiere der Oberkiefer fehlt, ein Fall, der im Talmud gar nicht erwähnt wird, behaupten sämmtliche Casuisten, es ist nicht trefa. Maimonides setzt sich mit allen in Opposition und Conflict und verbietet ein solches Thier zum Genüsse, denn, sagt er als Thierarzt, ein Thier ohne Oberkiefer sei nicht lebensfähig, ist aus physiologisehen Gründen trefa.» Duschak zieht daraus den Schluss, «dass Maimonides der Annahme nicht widerstrebt, dass ein Thierarzt die talmudischen Bestimmungen ergänzen und vervollständigen könne und dürfe.» Ich möchte mir erlauben, den gelehrten Verfasser darauf aufmerksam zu machen, dass nach dieser Annahme Maimonides mit sich selbst in offenbaren Widerspruch gerathen würde, indem er הל שחיטה Cap. 10 § 12 und 13 sagt: 'ואי; ׳להוסיף על טריפות אלו כלל שכל שאירע לבהמה או לחי או לעוק חוץ מאלו שמנו חכמי דורות הראשונים והסכימו עליהן בבתי דיני ישראל אפשר שתהי׳ ואפי' נודע לנו מדרך הרפואה שאין סופה לחיות: וכן אלו• שמנו ואמרו שהן טריפה אעפ שיראה בדרכי הרפואה שבידינו שמקצתן אינן ממיתין ואפשר שתחי' מהן אין לך אלא מה שטנו חכמים שנאמר על פי התורה אשר יורוך. Allein in Wirklichkeit erklärt Maimonides ניטל לחי העליון nicht als Thierarzt, vielmehr als bedeutender Talmudkenner, für trefa, wobei freilich sein ärztliches Wissen ihm zu Statten kommt. Bekanntlich fehlt in der Mischna אלו טריפות בבהמה (Chulin 42) ניטל לחי ׳העליו ebenso steht aber in der Mischna (ibid. 54. a.) ואלו כשרות בבהמה nur 3יטל לחי התחתון und nicht ניטל לחי העליון. wahrend nun die Casuisten meinen, dass, da

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