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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 109

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 109)
Language
German
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106 Es ist schon oben gesagt worden, dass die Spuren babylonischpersischen Einflusses, die seit dem babylonischen Exile sich bemerkbar machten und von denen der Talmud selbst einige Beispiele anführt: א״ר חנינה שמוח החדשים עלו בידם מבבל וכר'•• ••רשב״ל אמי• אף 1שמות המלאכים עלו בידן •מבבל), im Laufe der Zeit bei den palästinensischen Juden sich zum Theil wieder allmälig verwischt hatten, bis zu der Zeit, wo lange nach der Zerstörung des zweiten Tempels bei dem im neupersischen Reiche wohnenden Juden solche Einflüsse sich wieder erneuerten. Nicht als ob die älteren Rab־־ binen sich principiell allen fremden Lehrmeinungen und Weisheitsregeln schon aus dem blossen Grunde, weil esie fremd waren, verschlossen hätten. Im Gegentheil, es war stehender Grundsatz bei den Rabbinen: קבל האמת ממי שאומרה «Nimm die Wahrheit an von Jedem, der sie vorträgt;» ebenso: ניכרין דברי אמת «Worte der Wahrheit sind an und durch sich selbst kenntlich» Sota 9. b.; כל האומר דבר חכמה אפי' באומות העולם הרי זה חכם• «Unter allen Völkern, wer einen Weisheitsspruch verkündet, ist als Weiser zu betrachten2).» So heisst es z. B. Berachot 8. b. in einigen Boraitot: תניא א״ר עקיבא בשלשה דברים אני אוהב את חמדיים ובו' תניא אמר רבן גמליאל בשלשה דברים אני.אוהב את הפרסיים וכר' «Rabbi Akiba sagte: In drei Dingen liebe ich die Meder u. s. w. Rabban Gamaliel sagte: In drei Dingen liebe ich die Perser u. s. w.3).» Und damit man nicht meine, es geschehe das aus persönlicher Sympathie, fügt ein anderer Lehrer hinzu: הפרסיים המקודשין ומזומנין לגיהנם «Die Perser im Allgemeinen sind für die Hölle reif.» Allein es handelt sich nicht um Sympathie oder Antipathie, sondern es wurden die vorgetragenen Lehren oder die herrschenden Sitten und Gewohnheiten objectiv auf ihren Werth geprüft und das Gute gern angenommen. Wenn ich aber dennoch sagte, die älteren Rabbinen haben sich von gewissen superstitiösen Ansichten der Perser ziemlich frei gehalten — was sich auch noch von der Mischna sagen lässt — so hat das folgende Gründe. 1. Sie kamen mit den Persern weniger in Berührung. 2. Sie scheuten sich vor *) Jerusalem. Talmud Rösch haschana Cap. 1. ף Megiiia 16. a. Ygi. Sabbat 113. b. (דבר חכמה ראה בה ובועז ברות und בינה יתרה נתן הקבה באומות «Ausserordentlichen Verstand hat Gott den Völkern verliehen» (Sota 35. b). 8) An einer anderen Stelle: «Von der Tapferkeit haben die Perser allein neun Zehntel, die anderen Völker nur ein Zehntel erhalten.» Kidduschin 49. b.

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