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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 104

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 104)
Language
German
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101 werde ich der Gefahr ausgesetzt? Du bist im Glücke1), entg'egnete .Abaji, so wird dir der Dämon nicht schaden» (Pesachim in. b.). Es lässt sich denken, dass R. Papa von dieser Antwort nicht sehr erbaut war. Allein sie war bei Abaji nicht auffallend, der fest daran glaubte, dass durch die gute Constellation, unter der R. Papa sich befinde, die Macht des Dämons gebrochen sei. Hätte er den Sturm einer natürlichen athmosphärischen Ursache zugeschrieben, oder hätte er andererseits an den planetarischen Einfluss auf das Geschick des Menschen weniger fest gerechet, so konnte das nicht geschehen. Nur eine Combination von Dämonologischem und Astrologischem konnte zu" solcher Ausschreitung im geselligen Verkehre führen2). Ueber noch eine andere mysteriöse Vorstellung haben wir hier zu sprechen. In Ansehung sogenannter Geheimmittel oder Wunderkuren haben wir oben gehört, dass der jerusalemische Talmud Heilungen, welche durch Einflüsterung eines Götzennamens in das Ohr des Kranken bewirkt werden, streng verpönt. Es giebt aber auch sogenannte «Besprechungen» von Wunden und dergl., deren Zusammenhang mit dem Heidenthume weniger sichtbar war und die daher nicht so streng abgewiesen wurden. Bekanntlich führt auch der babylonische Talmud viele Besprechungen. (לחשים) von Krankheiten an. Siehe Sabbat 67. a. J) R. Papa war reich, also im Glücke stehend. — Raschbam. 2) Nachdem diese Sätze niedergeschrieben waren, kommt mir folgendes Werk zu Gesicht: «Das Princip des planetarischen Einflusses nach der Anschauung des Talmud, von Rbb. Sal. Thein, 2. Auflage, Wien 1876.» Mit vielem Fleiss und einem grossen Aufwande von Scharfsinn hat der Yerf. sich bemüht, fast alle einschlägigen Stellen zu interpretiren. Ich kann nun zwar dem Autor nicht so weit folgen, um alle diese Stellen dahin zu erklären, dass es den Rabbinen mit dem Glauben an den planetarischen Einfluss nicht ernst war, und dass sie unter dieser Hülle einfach nur die göttliche Vorsehung und Weltregierung verstanden und gelehrt haben. Denn lassen sich auch einzelne Stellen in der That dahin deuten, so giebt es doch eine grosse Anzahl anderer, die deutlich genug dagegen sprechen, und auch die scharfsinnigste Erklärung kann das nicht beseitigen. Es vermindert dies auch das Ansehen der Rabbinen nicht im Geringsten, haben sich ja in viel späterer Zeit aufgeklärte Männer, wie Ibn-Esra u. A. nicht davon losgesagt. Allein es freut mich, in einem wichtigen Punkte mit dem Verfasser übereinzustimmen, darin nämlich, dass die ganze Auffassungsweise der Rabbinen in dieser Beziehung eine höchst rationelle sei. Nur muss ich von meinem Standpunkte aus hinzufügen: «Innerhalb des einmal gegebenen Rahmens.»

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