Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 103)
- Language
- German
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100 hängig־ sein lässt. Vgl. Aehnliches Berachot 55. b. und Nedarim 40. a. כי חליש רבא וכוי אמר ליבעי עלי רחמי. Endlich auch R. Chanina, der Vater des Spruches ׳יש מזל לישראל theilt das Hauptgebet (שמנה עשרה) in drei Theile ein, in Lobgebete, Bittgebete und Dankgebete (Berachot 34. a.). Siehe Berachot 32. b. noch eindringlichere Lehren von R. Eleasar und R. Chanina über die Wirksamkeit des inbrünstigen Gebetes. Zu welchen Inconvenienzen die mystische Anschauung über den planetarischen Einfluss auf die menschlichen Geschicke, besonders wenn diese Anschauung mit einem ausgeprägten Dämonenglauben verbunden ist, selbst für den Verkehr mit den Nebenmenschen führen kann, entnehmen wir aus folgender Erzählung: «Abaji ging mit Freunden um die Mittagszeit aus, R. Papa ging zu seiner Rechten, R. Huna zu seiner Linken. Da sah Abaji den Dämonenwind Keteb Meriri1) von der linken Seite her auf sich zukommen, er schob nun schnell den R. Huna nach der rechten und den R. Papa nach der linken, gefährdeten Seite. Wie, Herr, meinte R. Papa, wenn diese Stelle bedroht ist, warum י) Der Ausdruck קטב מרירי (Deuteron. 32, 24.), bedeutet einen giftigen Glutliwind (vieUeicbt den Samum, der in den heissen Sommermonaten, am heftigsten im Juli in den Vor- und Nachmittagsstunden weht und seine Verheerung bis in die Gegenden des Tigris erstreckt und sogar bis Surate vordringt). Die Alten hielten ihn für einen von Dämonen getragenen Sturm. Onkelos’ aramäische Uebersetzung כתישי רוחין בישין lässt zwar noch die einfache ]Erklärung zu «von bösen Stürmen geplagt», nicht so die Jonathans ׳כתישי רוחי[ בישין ולילין noch weniger das Targum zu מקטב ישרד צהרים (Psalm 91, 6) מסיעח שדקדמחבלין בטיהרא• Es ist nicht unmöglich, dass man durch das harmlose «böse Winde» רוחק בישין auf das mystische רוחק ושדין gekommen ist. (Vgl. auch Raschi zu beiden Bibelstellen). Nach dem Talmud a. a. O. rühren die Vor- und Nachmittagsstürme je von einem besonderen Dämon her, und sollen sie vom 1. bis 16. Tammus am häufigsten wehen, von da ab seltener; andere Midraschim bringen sie mit den 3 Wochen der Nationaltrauer in Verbindung. Im Jalkut zu der Psalmstelle wird die Gestalt des Dämons קטב מרירי als eine sehr schreckliche und grausenerregende geschildert, so dass Jeder, der ihn sieht, auf das Gesicht fallen muss. Es wird hinzugefügt, Chiskia Berabi habe ihn gesehen und sei auf das Angesicht gefallen. (Es stimmt das mit den Beschreibungen vom Samum, dass man, um sich gegen ihn zu schützen, sich auf die Erde niederlegt und den Kopf in den Sand drückt — s. Meyers Conv.-Lex. Art. Samum). Der Midrasch schliesst, dass die Herrschaft des Keteb Meriri vom 17. Tammus bis 9. Ab dauert und dass viele Rabbinen daher die Schulkinder an diesen Tagen von der vierten bis zur neunten Tagesstunde vom Schulbesuche befreiten. Vgl. auch ש״ע Orach Cliajim Cap. 551. § 18.).