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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 102

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 102)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--101-2723586
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99 natürliche Mittel sich zu bewahren, Alles ruhig Gott anheimstellten und auf Wunder rechneten. Diesen sagte man: Auch Israel sei vor der Einwirkung des Masol nicht geschützt יש מזל לישראל• Das war die Absicht R. Chanina's, R. Eleasars ben Pedat und Raba’s bei ihren diesbezüglichen Lehren. Allein, alle diese Lehrer geben zu, dass, wenn der Mensch das Seinige gethan und kein natürliches Mittel unversucht gelassen, er dann auch die Pflicht habe, zum herzinnigen Gebete seine Zuflucht zu nehmen1). Siehe Berachot io, 1 ר' יוחנן ור אלעזר ראמרי הרויהו אפיי הרב חרה מונחת על צוארו של ארם אל ימנע עצמו מן הרחמים• «R. Jochanan und R. Eleasar, Beiden war der Spruch gemeinsam: Der Mensch lasse nie vom inbrünstigen ,Gebete ab, um sich die Barmherzigkeit Gottes zu erflehen, selbst dann nicht, wenn schon ein scharfes Schwert seinen Hals berührt. R. Chan an fügt hinzu: Auch dann nicht, wenn in einer nächtlichen Vision sein Tod ihm schon mit Bestimmtheit auf den folgenden Tag angesagt ist. Die Worte: R. Jochanan und R. Eleasar haben einen gemeinsamen Spruch, werden vielleicht hier nicht ohne Absicht betont. R. Jochanan, der die unbedingte Herrschaft des Masol, wenigstens in Ansehung Israels, verwirft (אין מזל לישראל), und R. Eleasar, dem in einer Vision der Bescheid geworden, dass Alles vom Masol abhänge, urgiren beide die gemeinsame Forderung, dass man vom gottinnigen Gebete nicht ablasse. Vgl. auch Berachot 12. b., wo Raba dem Aus- Spruche Rab’s, dass es eine Pflichtverletzung sei, für einen Anderen, der des Beistandes Gottes bedarf, nicht inbrünstig zu beten, entschieden zustimmt, Raba, der Alles vom Masol ab- ף Vom Erzvater Jacob sagen die Rabbinen, dass er, als die Gefahr wegen der Feindschaft Esau’s ihm näher trat, zu drei Dingen sich anschickte לדורון ולמלחמה ולתפלה (d. i. die Lesart des Jalkut, Raschi liest לתפלה vorher, was aber der Reihenfolge in der Schrift nicht entspricht); also weder die natürlichen Mittel, noch das Gebet wird versäumt. Ja selbst bei den zwei grossen Propheten Elia und Elischa wurden bei den von ihnen vorgenommenen Wiederbelebungsversuchen (I. K.ön. 17. u. II. Kön. 4.) neben dem Gebete auch natürliche Mittel nicht verschmäht. (S. Kimchi und Gersonides z. St.) Zu bemerken ist noch, dass Raba Erfahrungen gemacht hatte — die er dort selbst angiebt — dass das Wohlergehen auf Erden nicht immer mit der Tugend des Individuums gleichen Schritt hält, was also dahin führen könnte, entweder Gott als ungerecht anzuklagen, oder mit den Freunden Job’s den Leidenden für einen Frevler zu halten (מי ך!י£יד ק5ה דעביד דינא בלא דינא)♦ Beides sollte durch seinen Ausspruch beseitigt werden. 7

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