Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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98 Schaft und Nahrung (also die höchsten materiellen Güter des Menschen) betrifft, so hängt das nicht vom Verdienste sondern vom Masol (dem planetarischen Einflüsse) ab.» (Moed Katon 28. a.); noch mehr die Stelle in Taanit (25. a.), wo R. Eleasar ben Pedat in einer traumhaften Vision Gott seine bedrängten Verhältnisse klagte und ein freundliches Loos von ihm erflehen wollte, aber zur Antwort erhielt: «wünschest du, dass ich die ganze Schöpfung von Neuem beginne, dann könnte die Constellation vielleicht eine günstigere für dich sein.» Darauf R. Eleasar: «wie, so viel müsste geschehen, und dann erst noch ein «Vielleicht»., nein, da verzichte ich lieber!» so lässt sich trotzdem nicht annehmen, dass alle diese Rabbinen der Macht des gottinnigen Gebetes und des rechtschaffenen Lebens auf die Gestaltung des menschlichen Geschickes gar keinen Raum verstatten. Vielmehr scheint auch hier die Wahrheit in der Mitte zu liegen, wie das schon sehr richtig von Tosafot (Moed Katon a. a. O.) kurz angedeutet wird in den Worten: «allerdings geben auch die Vertreter dieser Ansicht eine jeweilige Aenderung des Masol durch Gebet und frommen Wandel zu, aber es geschieht das nicht immer, es gehört das eben zu den Geheimnissen der göttlichen Weltregierung»; und auch Raschi kann es nicht anders verstanden haben. So läuft am Ende die ganze Meinungsdifferenz der Rabbinen in Ansehung des Masol nur auf ein Mehr oder Weniger hinaus. Von beiden Seiten war man um das Interesse von Religon und Moral sorgfältig bemüht. Von der einen Seite arbeitete man Solchen entgegen, die, wenn ihnen eine Zeit lang das Glück nicht günstig war, sich der Verzweiflung überliessen und sich unabänderlich für das Unglück prädestinirt glaubten. Diesen riefen R. Akiba, R. Jochanan, Rab •und Samuel zu: Israel sollte einer solchen Verzagtheit sich nicht hingeben אין מזל לישראל" Hiermit wollten sie nicht sagen, dass der planetarische Einfluss für Israel gar nicht stattfinde, sondern nur, dass er an dem Gebete und dem innigen Gottvertrauen sein Correctiv finde1). Von der anderen Seite wollte man den wundersüchtigen Schwärmern entgegentreten, die, anstatt selbstthätig für ihre leiblichen und geistigen Bedürfnisse zu arbeiten und vor Gefahren durch 1j Za אין מזל לישראל commentirt Raschi (Sabbat a. a. O.) rOI 1ע״י התפלה משתנה מזלו לטובה•