Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 98)
- Language
- German
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95 oder richtiger, schrieb man damals dem מזל zu מול מחכים ומזל מעשיי *); auch von. der vermöge seines Intellectes grösseren Wide'rstandskraft des Menschen im Vergleiche zu dem unvernünftigen Thiere beim Erträgen von körperlichen Leiden und Krankheiten, oder auch von dessen grösserer Vorsicht, sich vor Schaden zu bewahren, sagte man 2ארם איה לי' מזלא); von der durch die Abstammung bedingten, aber durch Aufnahme in eine andere Stammesgenossenschaft modificirtenEigenart wurde gesagt: ,3אעג ראינהו לא הוו מזליהו הוד), von dem Ahnungsvermögen im Menschen hiess es אע״ג דאינהו לא חזו 4מזלייהו חזו); selbst von dem Wachsthume der Pflanzen sagten sie: א״ר סימון אין לך כל עשב ועשב שאין לו מזל ברקיע שמכה אותו ואומר לו גדל (Bereschit Rabba Cap. io.) Wie wir nun heutzutage das wundersüchtige Volk, das — um mit Lessing zu reden — viel lieber «andächtig schwärmt als gut handelt,» das bei Feuersbrünsten, bei Ueberschwemmungen, selbst bei Krankheiten in der eigenen Familie, am liebsten die Hände müssig in den Schoss legt und sich auf göttliche Wunder verlässt5), auf die Stetigkeit der Naturgesetze, oder richtiger ג) Sabbat a. a. O. 2) Baba Kamma 2. b., Rascbi commentirt ארם איח ליי מזלא׳ יש לו דעת לשמור את גלפו; in Sabbat 53• b. scheint aber mehr von der Widerstandskraft die Rede zu sein. Von Schwächung der Widerstandskraft bei gefährlichen Brandwunden heisst es Chagiga 5. a. קדחה ואיחרע מזלא/ s. dort. Von Schwächung des Unternehmungsgeistes (oder auch der klaren Ueberlegung) an Trauertagen und Hebung dieses Geistes an frohen Tagen, heisst es Taanit 29. b. 'לישתמיט מיני' באב דרי ע מזלי' ולימצי נפשי באדר דבריא מזלי'• 3) Sabbat 146. a. 4) Megilla 3• a* 5) Dass es auch Solche gegeben, die alle natürlichen Heilmittel als einen unberechtigten Eingriff in die Befugnisse Gottes verwarfen, erhellt 1) daraus, dass der Talmud, Berachot 60. a., Baba Kamma 85. a. und b. erst aus einer Bibelstelle deduciren muss, dass es dem Arzte erlaubt sei, Heilmittel anzuwenden, זיפא ירפא מכאן ׳שניתנה רשות לרופא לרפאות ja dass an ersterer Stelle sogar ein Bedenken dagegen erhoben wird, dem freilich sofort widersprochen wird שאין דרכן של בני אדם לרפאות אלא 2;שנהגו) aus dem, was Maimonides in seinem Mischna-Commentar Pesachim 4, 10, zu den Worten גנז ספר רפואות והודו לו sagt: Viele erklären das damit, dass dieses Buch der Heilmittel beseitigt ward, weil die Menschen, statt sich auf Gott zu verlassen, sich nach den Vorschriften der Heilkunde richteten. Aber das ist thöricht, denn auf diese Weise müsste auch das Brot beseitigt werden, da es als das beste Heilmittel gegen die gefährliche Krankheit «Hunger» genannt sich bewährt und den Menschen somit in seinem Gottvertrauen schädigt. Maimonides schliesst: «ich hätte davon gar nicht gesprochen, wenn diese thörichte Meinung nicht so allgemein ver-