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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 95

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 95)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--094-2723579
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92 Gewährung seiner Bitte als Zeichen die Voraussetzung, dass die betreffende Jungfrau sich gefällig und gastfreundlich zeigen werde, weil eine solche eben für das Haus Abrahams sich am besten eignete (1. B. M. Cap. 24). Jonathan wiederum, der nur in Begleitung seines Waffenträgers eine Verschanzung der Philistäer im Vertrauen auf Gottes Hülfe erstürmen wollte, machte sich zum Zeichen des Gelingens eine eventuelle Aeusserung des Besatzungs-Postens, die einen Mangel an Muth bekunden würde (1. Samuel 14, 10.). Der Zusammenhang dieser Talmudstelle 'אלא דנחיש והאמר רב כל נחש וכר ist folgender: «Sollte Rab vielleicht aus Gewissensscrupel darüber, dass er Wahrsagerei getrieben, an dem Festmahle nicht haben theilnehmen wollen? Er hat ja aber selbst den Grundsatz aufgestellt, dass ein Vorzeichen, welches auf natürlicher, vernünftiger Unterlage beruht, erlaubt sei, womit ja Rab’s Zeichen in Ansehung der entgegengekommenen Fährte übereinstimmt?»1). — Ob meine Auffassung des Zusammenhanges dieser Talmudstelle die richtige ist, lasse ich dahingestellt. Jedenfalls liegt keine Nöthigung vor, in Rab’ s Worten und Handlungen in diesem Punkte, unabhängig von den späteren Amoraim, eine mysteriöse Wahrsagerei zu finden2). Aus dem bisher Gesagten haben wir im Allgemeinen das Bestreben vieler Amoraim erkannt, in die Zukunft zu schauen und in Folge davon zum Theil auch die Geneigtheit, die diesbezüglichen Gebote zu umgehen, künstlich in erleichterndem Sinne zu interpretiren und laxer zu beobachten. ף Die Redewendung אלא דנ׳חיש hat R. Nissim, wie man bei einigem Nach denken finden wird, ganz ebenso verstanden; (anders Kimcbi 1. Sam. 14, 10, s. dort). Dass aber ]ר״ trotz dieses richtigen Verständnisses des Vordersatzes aus dem Nachsatze והאסר רב רכל andere Consequenzen, und zwar auf sehr gezwungene "Weise gezogen hat (הכי קאמרינן שכל נחש שאסרה תורה שאין הסברה מכרעת בהן כל שאינו סומך על מעשיו ממש כמו שעשו אלו השנים ברבר המותר אינו נחש ואינו אסור אעפ״י שהוא מדרכי הנחשים האסורים) rührt wohl nur daher, dass er Maimonides gegen den Angriff des ראבד dadurch vertheidigen will. Dass er aber auch das Verfahren Rab’s רב בדק כמברא nicht anders rechtfertigen zu können glaubt, als durch die Annahme לגמרי ill שלא סמך על und nicht vielmehr damit, dass das Vorzeichen auf natürlicher Voraussetzung beruht, ist auffällig und nur durch die leicht misszuverstehenden Worte Raschi’s ואם בקושי מצאה לא אזיל einigermasseji zu erklären. 2) Das Nähere über das Alles in Abschn. F. — Hier sollte nur das Eine nachge־wiesen werden, wie solche Berichte oft in Ansehung der daraus gezogenen Consequenzen viel zu wünschen lassen, wenn auch die Thatsachen richtig sind.

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