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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 93

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 93)
Language
German
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IRI
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90 eine günstige, ist er traurig, so ist das eine ungünstige Vorbedeutung für seine Seligkeit1).» An anderen Stellen werden gewisse Vorbedeutungen aufgezählt, die ausnahmsweise zu den erlaubten gehören sollen. So Chulin 95. b. בית תינוק ואשד. אע§י שאין נהש יש סימן und ferner רב בדק בנזברא שמואל כדק בספרא ור יוחנן בדק בינוקא• Die Erklärung dieser Stellen muss ich mir für Abschn. F. Vorbehalten, weil sie je nach den verschiedenen Anschauungen der späteren Religionsphilosophen anders ausgelegt werden. Doch will ich schon hier an einem Beispiele zeigen, wie diese Berichte bisweilen entstanden sind. Es wird nämlich erzählt: Rab reiste zu seinem Schwiegersöhne auf Erfahrung beruhten, theils in dem Aberglauben des Landes wurzelten. Seinem Oheim Rabba verdankte er die Halachakunde und die Gewandtheit in der talmudischen Dialektik.Sein Charakter war sanft, nachgiebig und er bewährte ihn im Umgange mit den verschiedenen Klassen der Gesellschaft.» Graetz, Gesch. d. J. Bd. 4, S. 355• — Ich füge hinzu, dass der Name Abaji nach Einigen ein später von ihm angenommener sein soll, aus Dankbarkeit gegen Gott, der dem Früh verwaisten so gnädig war, אביי sei eine Abbreviatur für אשר בך ירחם יתום (Hosea 14• 40• Indess hält Levy (Talm. Wörterbuch s. v. אביי) diese Etymologie für zu weit hergeholt, vielmehr sei אביי die syrische Uebersetzung des neuhebräischen Namens ׳נחמני eigentlich «mein Tröster». Doch weist Fleischer ibid. Nachträge S. 277 diese Conjectur ab und hält das Wort mit Buxtorf für ein dem lat. patricius nachgebildetes Relativnomen. {Aehnlich Scherira in Aruch האבות JD *וכיון שהי והגדולים קריוה הכי)־ Noch Andere meinen: sein Oheim Rabba wollte den Namen seines verstorbenen Vaters nicht so oft bei Nennung seines Pflegesohnes aussprechen, was nach altjüdischer Sitte gegen die Pietät ist (Kidduschin 31. b., auch citirt von den Decisoren); er umschrieb daher diesen Namen mit dem Worte ׳אביי was so viel wie «mein Vater» bedeutet. (S. Aruch s. v. אביי im Namen der Geonim, ferner R. Joseph ibn Aknins Einl. in den Talmud S. 20 und Juchasin ed. Philipowski S. 84 u. 104). Umgekehrt sagen Raschi (Gittin 34. b.) nnd R. Nissim (Nedarim 54. b.), dass sein eigentlicher Name אביי war und sein Beinahme Nachmani davon herrühre, weil er im Hause des Rabba bar Nachmani erzogen und darum vom Volke so genannt wurde. (Dahin ist auch Kohut, Aruch haschalem S. 9, Note 2, der die Ansichten der Geonim mit der Rasclii’s und R. Nissims zu identificiren scheint, zu berichtigen. Wenn Juchasin S. 104 sagt: כאשר כתב רש״י בפ* המקבל so bezieht sich das nur auf שגדלו בביתו. Uebrigens hat sich סדר הדורות desselben Irrthums schuldig gemacht. S. Landäu’s Anmerkung zu ערך אכיי) — So sehr nun auch Abaji Grund gehabt haben mochte, seiner Pflegemutter (מרבינתי Kidduschin 31.), in deren Namen er mehr als zwanzig Mal Lehren und Verhaltungsregeln unter der Formel 0אמרה לי א mittheilt, Dankbarkeit und Verehrung zu zollen, so hat vielleicht doch diese Jugenderziehung dazu beigetragen, ihn der Mystik und der Superstition geneigt zu machen. *) Vielleicht ist das aber auch nicht mystisch, sondern auf einer natürlichen Grundlage basirt und soll besagen: Nur der gottergebene, mit ruhigem Gewissen auf sein vergangenes Leben zurückblickende Mensch stirbt eines frohen Todes.

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