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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 89

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 89)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--088-2723573
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86 (Lev. 19, 26) לא תנחשו ולא חערננו, finden sie nicht blos die dem Wortsinne mehr entsprechende Erklärung, nicht auf Schlangenbewegungen und nicht auf den Zug der Wolken und der Vögel (behufs Ergründung der Zukunft) zu achten1), sondern auch noch vieles Andere enthalten. So z. B. wer sagt: «Das Brot ist mir aus dem .Munde, der Stock ist mir aus der Hand gefallen, ein Hirsch ist mir quer über den Weg gelaufen, das ist ein böses Omen für mein Unternehmen;» oder wer zum Steuereinnehmer sagt: «fange nicht gerade bei mir an,» oder: «ich möchte nicht gern am׳ frühen Morgen, am ersten Tage der Woche, am Neumonde Zahlungen leisten oder Schulden entrichten, weil es eine böse Vorbedeutung ist, den neuen Tag, die neue Woche oder den neuen Monat gleich mit grossen Ausgaben zu beginnen,» der hat das göttliche Gebot übertreten (Sanhedrin 65. b f.). Aber trotz dieser strengen Theorie, gab es doch einzelne Rabbinen, die in der Praxis auf Vorbedeutungen Werth legten und ihre Gewissensscrupel hierüber durch feine Distinctionen zu beschwichtigen suchten2). Es darf uns das nicht Wunder nehmen, wenn wir erwägen, wie schwer es dem Einzelnen wird, über die Gesammtanschauung seiner Zeit hinauszugehen und von allgemein verbreiteten Ansichten sich gänzlich loszusagen. Wissen wir ja, mit welchem Feuereifer das Judenthum gegen den Götzendienst ankämpft und doch gab es auch Solche, die allen Ernstes meinten, die Götzen hätten wohl auch einige Macht, nur sei es eine unreine, unheilige Macht, darum sei die Verehrung derselben verboten. «Wie ist das zu begreifen,» fragte Raba bar Jizchak den R. Je hu da, «es giebt in unserem Orte einen Götzentempel, dessen Priester zur Zeit des Regenmangels den Bekennern ihres Glaubens verkünden, der Götze sei ihnen im Traume erschienen und habe ein Menschenopfer verlangt, dann werde Regen erfolgen, was dann auch gewöhnlich eintrifft?» Darauf R. Je hu da: «Ja, Gott lässt es bisweilen zu, dass auch die unreine Macht wirksam sei, damit das Verdienst derer, die trotzdem sich von der Unreinheit ab wenden und nur auf Gott ihr Vertrauen setzten, um so grösser sei3)». Dahingegen bestreiten das andere Rabbinen, indem sie המנחשים בחולדה בעופות ף (Sanbedrin 66. a.). 2) S. Chulin 95. b. # 3) בא לטמא פותחין לו ׳בא לטהר מסייעין אותו Aboda Sara 55• a• vgl. auch Rapoport inBikure haittim Art. רכיגו חגנאל• Hl

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