Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 87)
- Language
- German
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84 Ferner erzählt Rab Aschi (Sanhedrin 67. b.), dass er einen Zauberer gesehen, der, sich räuspernd, Seidenstoffe aus der Nase hervorzog — also das heutzutage ganz bekannte Taschenspieler- Stückchen. Während aber solche Geschichten von Einigen zum Besten gegeben werden, ohne dass sie sagen, was davon zu halten sei, wird von anderen Rabbinen die Mühe nicht gescheut, den Betrug aufzudecken. So erzählte Rab dem R. Chi ja (ibid.), er habe gesehen, wie ein Araber mit seinem Schwerte einem Kameele die Sehnen zerschnitten, darauf mit einer Glocke geläutet, und das Kameel stand wieder aufrecht da. Wie, meinte R. Chija, da hättest du ja auf dem Boden eine Blutlache sehen müssen; es ist also klar, dass es nur eine Augentäuschung war* 1). Ferner (ebendaselbst): Als R. Elieser einst die Frage, warum die Zauberer Aegyptens gerade bei der Plage der Stechmücken מבת כנים das Geständniss machten: Das ist ein Finger Gottes (2. Mos. 8, 15.), damit lösen wollte, dass der Dämon, dessen sich der Zauberer bediene, kein Geschöpf hervorzubringen vermöge, das kleiner als ein Gerstenkorn sei, rief ihm R. Papa zu: Bei Gott! er kann gar kein Geschöpf hervorbringen, und sei es so gross wie ein Kameel, der ganze Unterschied besteht darin, dass der Zauberer grössere Thiere leichter abrichten und zu seinen Zwecken verwenden kann, was bei so ganz kleinen nicht möglich ist2). Dahingegen scheint das, was dort von einem gewissen ינאי nacherzählt wird, ein ganz ungenauer Bericht zu sein. Raschi bemerkt schon, es sei dort nicht Rabbi Janai, sondern nur schlechtweg Janai zu lesen, da bleibt das Wort אש (das höllische Feuer) übrig. Sota 17. a. So eben kommt mir Kohuts Aruch haschalem Art. אשמדאי zu Gesicht. Der Autor meint, unter זוגי könnten hier doch «Ehepaare» gemeint sein. Was derselbe in Paranthese bemerkt (ובזה עולה יפה שלא כתב זוגות), beweist nicht viel, da öfter im Talmud der neuhebräische Styl verlassen resp. durch ein rein chaldäisches Sätzchen unterbrochen wird. (Vgl. Sabbat 119. a. ׳יוסף מוקיר #בי statt מכבד שבתות); allein einiges andere dort von ihm Herbeigebrachte fällt schon mehr ins Gewicht. Uebrigens lässt der Verfasser selbst die Sache unentschieden. — Was Kohut dort und in seiner «Jüd. Angelologie» S. 72 ff. über die Etymologie des Wortes אשמדאי u. s. w. sagt, ist schon von bewährten Fachmännern anerkannt worden. 1J R. Joseph Kolon, Radix 76., führt dieses Beispiel an, um zu zeigen, dass es Fälle giebt, bei denen die Täuschung leicht erkennbar, die Volks Verführung daher nicht gross, die Strafe geringer ist u. s. w. 2) So müssen die Worte;האי מיכניף לי (nicht ganz wie Raschi z. St.) aufgefasst werden und so hat sie auch Hamburger a. a. O. richtig erklärt.