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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 82

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--081-2723566
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79 (אובא טמיא) etwas Agadisches horte, wie es dem Geschmacke der damaligen Zeit entsprach. Trotzdem sagte er: «Der Nekromant, er ist ein Lügner und seine Worte sind Lüge.» — Auch dort wird von Anderen die Bemerkung beigefügt: «Dem ist nicht so, der betreffende Ausspruch des Nekromanten war richtig, aber R. Retina wollte sich in Nichts mit ihm einverstanden erklären, damit die Welt nicht wahngläubig ihm nachfolge» (כי היבי דלא ליטעו כולי עלמא אבתרי')• Schon richtig! R. Retina hielt eben die ganze Nekromantie für Trug und Gaukelei, und darum wollte er allen Verkehr mit diesen Volks Verführern unterdrücken. — Dass so viele Amoraim von dem Glauben an Magie und Nekromantie sich nicht zu trennen vermochten, beruht allerdings zum Theil darauf, dass dieser Glaube damals allgemein verbreitet war, zum Theil aber auch auf ihrer Pietät gegen ältere Lehrer (Tanaim), deren Aussprüchen sie nicht entgegentreten wollten. Allein, wie wir schon oben (Absch. B.) als Grundsatz aufgestellt haben — alle diese älteren Aussprüche beruhen allerdings auf Thatsachen, nur trägt die Auffassung dieser Thatsachen und Erscheinungen die Färbung ihrer Zeit. Alles, was in dieser Beziehung von ihnen berichtet worden, fällt in eine von zwei Rategorien, entweder sie berichten nur vom Hörensagen, oder sie waren selbst Augenzeugen. Wenn sie beispielsweise die biblische Erzählung von der Zauberin zu Endor zu erklären versuchen, so thun sie das nach den bei den Nekromanten ihrer Zeit vorgekommenen Erscheinungen, und wir haben oben (Abschn. B.) nachgewiesen, dass sie in dieser Hinsicht Nichts erfunden haben, vielmehr die Thatsachen ganz genau berichtet, nur dass sie bei der Auffassung der Motive derselben von den Anschauungen ihrer Zeit befangen waren. Es gab wirklich Nekromanten, die ihren Clienten keinerlei Gestalt vorführten, sondern sie nur durch die damals sehr geheim gehaltene Bauchrednerkunst eine Stimme hören Hessen, andere die auch Bilder, aber in umgekehrter Stellung, hervorzauberten, noch andere seltenere, die solche sogar in aufrechter Stellung vorführten. Alles das wurde nun von den Lehrern der Boraitot verarbeitet und in der ihnen eigenen Weise zur Erklärung der schwierigen Bibelstelle verwendet. Was nun im Allgemeinen die Berichte älterer Lehrer oder auch späterer Amoraim auf dem Gebiete der Magie etc. betrifft, so erkennen wir leicht, welche derselben ihnen blos vom Hörensagen und welche ihnen als Augenzeugen bekannt geworden sind.

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