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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 64

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 64)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--063-2723548
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61 liehen Gelegenheit: פירוקא לסכנתא «Giebt es eine Antwort gegen eine Gefahr?1)» Es bleibt also nur die Annahme zulässig, dass die Mischna von der Suggot - Scheu Nichts wusste oder sie nicht beachtete. Charakteristisch ist noch, dass — wie aus der ganzen Abhandlung a. a. O. hervorgeht — die Suggot-Scheu den Anhängern der Dämonologie endlich selbst lästig und immer mehr reducirt wurde, ja sie wurde mit jedem nachfolgenden Geschlechte in immer engere Grenzen gebannt2). Schliesslich wird berichtet: «In Palästina wird das Suggot-Verbot gar nicht beachtet» und als Regel aufgestellt: «Wer es damit genau nimmt, mit dem nehmen sie (die Dämonen) es ebenfalls genau (dem können sie schaden); wer sich aber nicht darum bekümmert, dem schaden sie nicht!» (כללא דמילתא כל דקפיד קפדי בהדי' ודלא קפיר לא קפדי בהרי')/ was doch offenbar sagen will: Nur ängstlichen Gemüthern schadet es. Indess wird noch hinzugefügt (ob von demselben oder vielleicht von einem späteren Gelehrten, ist ungewiss):ומיהו למיחעז מבעי• «Doch ist einige Vorsicht anzuempfehlen 3):» Nicht unerwähnt will ich lassen, wie ich in späteren Abschnitten, namentlich in Abschn. G., den Nachweis zu führen ge- *) Was wohl sagen will: «Lasst sich das Bedenken, sich in eine Gefahr zu begeben, durch subtile Unterscheidungen beschwichtigen?» Ygl. auch Chulin 10. a. חמירא סכנתא מאיסורא• «Verbote, die in der Befürchtung vor Lebensgefahr ihren Grund haben, sind weit sorgfältiger zu beobachten, als blos rituelle Verbote.» 2)כמו שהיו הדורות זו אחר זו היו מקילין בזוגות והולכין ופוחתין (Raschbam Pesachim iio. a.). 8) Naiv bemerkt R. Samuel ben Meir hierzu: «Man sieht also — was die Scheu vor זוגות betrifft —, dass die Sache nicht ganz ohne Bedenken ist, nur hat man nicht zu sehr darauf zu achten (יותר מדאי)» weil die Dämonen gerade Den schädigen, der allzusehr darauf achtet; denn, sollte Derjenige, der die Sache völlig unbeachtet lässt, ganz schadlos bleiben, so hätte ja im Talmud von Suggot gar nicht gesprochen zu werden brauchen, oder vielmehr, es hätte einfach empfohlen werden sollen, sich um זוגות nicht zu kümmern». Nun freilich, diejenigen Rabbinen, die im Talmud davon gesprochen, waren nicht frei von Dämonenfurcht, resp. von Suggot-Scheu. Ob aber diejenigen, welche die Regel aufstellten, כל דלא קפיד לא קפדי בהדל^ nicht einfach die Dämonenfurcht beseitigen wollten und den Zusatz ומיהו למיחש מבעי nur beifügten, weil sie es nicht wagten, den in ihrer Zeit so allgemein verbreiteten Vorurtheilen offen entgegenzutreten (oder ob es überhaupt nicht Andere waren, die diesen Zusatz machten), ist noch sehr die Frage. Wir werden übrigens ähnlichen Erscheinungen, wo die Einsichtsvollen ihre Meinung nur verhüllt aussprechen, weiter unten noch öfter begegnen.

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