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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 63

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--062-2723547
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60 unserer Stelle überhaupt eine andere Bewandtniss, selbst wenn wir unter רוח רעה einen Dämon verstehen. Wenn Jemand am Sabbat aus Dämonenfurcht ein Licht auslöscht, so kann der Rabbi auch dann, wenn er für sich diese Furcht für unbegründet hält, nicht anders als den Thäter, der die Sünde der Sabbatentweihung ja nur aus Angst gethan (mag diese Angst immerhin auf Einbildung beruhen), für straflos halten. Ausserdem wird über Dämonen überhaupt noch gesprochen, Abot Cap. 5 Mischna 6 ויש אומרים אף המזיקין. Doch ist es fraglich, ob der Satz ויש אומרים ursprünglich in der Mischna stand und nicht vielmehr ein späterer Zusatz ist1). Auch die mit der Dämonenfurcht zusammenhängende Scheu vor Suggot2) scheint von der Mischna noch nicht gekannt oder nicht beachtet worden zu sein; sonst würde die Zahl der Becher am Pesachabende nicht auf vier festgesetzt worden sein. Freilich wirft die Gemara (Pesachim 109. b.) die Frage auf: Wie konnten unsere Lehrer eine Anordnung treffen, durch die man sich einer Gefahr aussetzt? (היפי מתקנו רבנן מידי דאתי בה לידי סכנה) — und wird dort diese Frage verschiedentlich beantwortet, und mancherlei Unterscheidung gemacht, um die Besorgniss zu beschwichtigen3). Allein es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass, wenn die älteren Lehrer diese Suggot - Scheu, respective Dämonenfurcht, gehabt hätten, wie die späteren, sie sich da, wo es sich um Gefahr für Leben und Gesundheit handelt, auf so feine Distinctionen nicht eingelassen, vielmehr von vornherein eine andere Einrichtung getroffen haben würden. Sagt ja der Talmud selbst bei einer ähn- *) Dass zu der von R. Jehuda ha — Nassi redigirten Mischna nach Abschluss der Redaction Manches von Späteren hinzugefiigt worden, geht beispielsweise aus der Mischna Abo da sara 38. b. deutlich hervor: רבי ובית דינו התירו השמן• Vgl. hierzu Tosaphot 36. a. s. v. אשר im Namen Raschi’s: *יהודה הנשיא בר ברי *TI ובית דינו התירוהו וחכמי דורו קבעו זה במשנה שסדר רבי זקנו• Vgl. auch ריף und רץ z. st. 2) זוגות-Paar weise, Paarweise essen (z. B. zwei oder vier Schüsseln), paarweise trinken (zwei oder vier Becher) und noch andere Verrichtungen paarweise ausüben, gilt nach einer alten Anschauung als lebensgefährlich. 3) Nach Einem: Der Passahabend heisse ליל שמורים «eine beschützte Nacht» und sei in derselben jede Dämonenfurcht ausgeschlossen. Nach einem Anderen: der beim Tischgebete gebrauchte Becher (כוס של ברכה) werde nur zum Guten, nicht aber zum Schaden mitgezählt. Nach einem Dritten: Es habe jeder Becher seine eigene Bedeutung und sie würden gar nicht zusammengezählt.

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