Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 61

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 61)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2720951--060-2723545
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

58 geführten Boraitot in ihren Berichten von derselben Thatsache schon viel apodictischer und viel mystischer zu Werke gehen. Eine nicht unähnliche Beobachtung können wir machen, wenn wir die Relation in Taanit Cap. 3, Mischna 1 von dem Essäer Onias (חוגי המעגל) mit einer in der Gemara dort angeführten Boraita vergleichen. Ebenso sehen wir in Joma Cap. 6 zum Schlüsse, wie reservirt die Mischna in ihren Berichten über Mirakel war, denn obschon R. Ismael die traditionelle Legende von dem Weisswerden des rothen Fadens anführt, geben doch תנא קמא und R. Jehuda daselbst natürliche Erkennungszeichen an. Wie berechtigt diese Reserve war, geht aus der jerusal. Gemara daselbst hervor: בראשונה הי' קושרי! אותו בחלונותיהם וכו' חזרו וקשרו אותו בפתחו של היכל ויש /!זנים שהי' מלבין ושנים שהי' מארים חזרו וקשרו אותו בסלע. Ein wenig verändert kommt diese Boraita auch in der baby*־ Ionischen Gemara Rosch haschana 31. b., Joma 67. a. vor. Es war also das mirakulöse Zeichen kein sicheres1). Ferner kommt in Joma 39. b. in einer Boraita die Sage von Simeon dem Gerechten (שמעון הצדיק) vor, der vorausverkündet haben soll, er würde in diesem Jahre sterben. Gefragt, woraus er das schliesse, habe er erzählt, dass ihn in jedem Jahre am Versöhnungstage bei seinem Eintritte in das Allerheiligste und bei seinem Austritte aus demselben ein Greis in weissen Gewändern begleitet hätte, in diesem Jahre aber seien die Gewänder schwarz gewesen, und wäre die Begleitung überhaupt beim Austritte unterblieben. Derselbe Bericht wird in Menachot (109. b.) wiederholt, wo in Tosafot nach einem Citate aus dem Jerusalem. Talmud die Frage aufgeworfen wird: Heisst es ja aber in der Schrift (3. Mos. 16. 17), dass kein Mensch (nach der Tradition auch kein Engel) während der ganzen Zeit, in der der Hohepriester seinen Ein- und Austritt hält, anwesend sein dürfe? Antwort: Vielleicht war es der Abglanz der Gottheit selbst gewesen (ודילמא שכינה היתה). — Das Gezwungene, ja Gewagte dieser Lösung ist augenfällig. Vielleicht war es deshalb, dass die Mischna diese Legende ignorirt. Oder war sie vielleicht den Mischna-Lehrern ganz unbekannt? Gehen wir von den Wundergeschichten zu den sogenannten Wunderkuren über. Wenn im Tractat Sabbat Cap. 6, Mischna 9 1J Vgl. auch was תיט zur Stelle und zu Jebamot Capitel 16, Mischna 6, zu ומשיאין על פי בת קול bemerkt. Von dieser Mischna wird noch in Abschn. F. die Rede sein.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.