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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 59

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 59)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--058-2723543
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56 religiöse Praxis einigen Einfluss1). In dieser Hinsicht unterscheidet sich die Mischna ganz bedeutend von der späteren Gemara. Die Mischna ist noch ziemlich frei von allem Mysteriösen. Wir führen hier eine Stelle an, die ihre Denkungsweise in dieser Beziehung besonders charakterisirt, es ist die Mischna Rosch haschanah 3, 8. «Und es geschah, so wie Mose seine Hand erhob, siegte Israel ob, und so wie er seine Hand ruhen liess, siegte Amalek ob (2. Mos. 17, 11). Wie? Waren denn die Hände Mosis im Stande, eine Schlacht gewinnen oder verlieren zu machen? Allein, wenn die Israeliten ihr Herz zu ihrem himmlischen Vater erhoben, wurden sie von Siegesmuth erfüllt (וזיו מתגברין)» wo aber nicht, so entfiel ihnen aller Glaubensmuth (היו נופלין). Ganz ähnlich heisst es (4. Mos. 21, 8): Mache dir eine Schlange und setze sie auf eine Stange, und es geschehe, wer gebissen wird, der sehe sie an und bleibe leben. Aber wie? Hatte denn dieses Bild der Schlange die Macht zu tödten oder zu beleben? Allein, wenn die Israeliten emporschauten und mit Zuversicht ihrem himmlischen Vater vertrauten, hatten sie Heilung zu erwarten (היו מתרפאים), wo aber nicht, verloren sie alle Widerstandskraft und gingen zu Grunde (2היו נימוקים)». So weit die Mischna. Nun möchte ich mir folgende Bemerkung erlauben. Versetzen wir uns in eine Zeit und in einen Kreis, wo mysteriöse Anschauungen herrschend sind (z. B. in einen chassidäischen Kreis, in dem fortwährend von Wundermännern geschwärmt wird); könnte da auch nur die Frage aufgeworfen werden, ob die Hände Mosis solches Wunder bewirken können? Die Antwort würde lauten: Gewiss! Selbst Geringere wie Moses haben mit ihrer Handbewegung schon solches Wunder bewirkt. Ebenso wenig oder vielleicht noch weniger könnte man in Ansehung der kupfernen Schlange gar erst die Frage aufwerfen, ob ein Talisman, von Moses auf Geheiss Gottes angefertigt, die Macht habe, ף Wodurch dieser Einfluss dann wieder paralysirt wurde, davon wird in Abschn. F. die Rede sein. 3) Mit Recht weist ת^ט die Auffassung ab, als wenn es sich darum handelte, Moses, als den Vertreter Israels, sein Herz zu Gott emporrichten zu lassen, da ja kein Moment denkbar sei, wo dieser grösste aller Propheten sein Herz nicht auf Gott gerichtet hätte. Aber es handelt sich um ganz Israel, dem die Hände Moses״ gleichsam zum Leitstern dienten, dass sie allesammt zu Gott emporschauen sollten.

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