Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 54)
- Language
- German
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51 Schrift auch noch gelegentlich eines späteren Nachkömmlings Davids mit. Bei dem frommen Hiskia wurde ein Anfall von Hochmuth bei Gelegenheit einer babylonischen Gesandtschaft, die gekommen war, ihn zu seiner Genesung zu beglückwünschen, streng gerügt und mit harter Strafe für seine Dynastie belegt. S. II. Kön. 20, 12—18 u. Jesaias 39, 3—81). Die mysteriöse Anschauung, dass das Fehlen der Sühnmünzen bei der Zählung Davids die Ursache der göttlichen Strafe war, ist übrigens schon bei sehr alten Schrifterklärern auf erhebliche Zweifel gestossen. So meint Saadia, dass das Sühnmünzengebot eine jährliche Abgabe und ganz unabhängig von der Volkszählung war. Darauf hinweisend meint nun Ibn-Esra: Dann könne aber x) In dem Literaturblatte der Israelitischen Wochenschrift Jahrgang 1880 Nr. 7 bemerkte Herr Dr. Kusnitzky, dass «Jesaias durch die Antwort des Hiskia מארץ רחוקה באו ארי מבבל «aus entferntem Lande sind sie zu mir gekpmmen», als wollte er sagen: «Es ist das eine Angelegenheit, die nur mich, den König, und nicht dich angeht», in gereizte Stimmung versetzt wurde.» Er hätte hinzufügen können, dass Hiskia zu einer solchen Antwort um so weniger berechtigt war, als nach dem Berichte des Chronisten H. 32, 31 die Gesandten eigentlich gekommen waren, um sich über «das Wunder, das im Lande war», genauere Auskunft zu verschaffen לררען המופת אשר היה בארץ• (— Ob sich dies nur auf das Wunder mit der Sonnenuhr עשר מעלות אחורנית, und wie dieses Wunder zu verstehen sei, oder ob es sich auch auf die wunderbare Niederlage Sanheribs beziehe, hierüber siehe רלב״ג z. St. —). Es hätte also für Hiskia nahe gelegen, gerade Jesaias zuzuziehen, und die Verherrlichung des einzigen Gottes durch die babylonischen Botschafter zu verbreiten, anstatt die Sache als eine persönliche Huldigung, als eine Genugthuung für seine persönliche Eitelkeit aufzufassen, während vielleicht die ganze Beglückwünschung nur ein Vorwand war, um sich wegen des Wunders Aufklärung zu verschaffen. In der Chronik a. a. O. wird das Ganze von Seiten Gottes als eine Prüfung des Hiskia dargestellt, ob er der Versuchung zur Selbstüberhebung würde widerstehen können (לנסותו לרעת כל בלבבו),. einer Prüfung, der er in der That nicht gewachsen war. Nachdem ich diese meine Auffassung von der Sache niedergeschrieben hatte, fand ich eine Stütze für dieselbe im Jalkut, Kön. z. St. nachPirke derabbi Elieser: ראו כל מלכי ארץ ותמהו ושלח טרורך לראות המופת׳ כשראה חזקי' את שלוחי מלך בבל נתגאה בלבו למעלה למעלה וכו' ferner: 'שלשה נסה הקבה ולא עמרו בנסיון ואלו הן ובו חזקי וכל• (Vgl. auch רדק und רלבג, die die Undankbarkeit Hiskia’s betonen). Auch Rase hi nach dem Midrasch hebt hervor, wie übermüthig und unberechtigt die Antwort des Hiskia war: חזקי' היי לו להשיב לישעי' אתה נביאו של מקום ואתה שואל אלי׳ התחיל חזקי' מתגאה ואמר מארץ רחוקה באו אלי לכך נענש• Es war also nicht persönliche Gereiztheit des Jesaias, wie Hr. Dr. K. a. a. O. anzunehmen scheint, sondern reiner Eifer für die Sache Gottes. Was dieser Gelehrte sonst dort noch anführt, ist beachtenswert!!. 4♦