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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 52

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 52)
Language
German
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IRI
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49 in Gefahr war, in solcher Zeit durfte, ja musste eine Zählung* vorgenommen werden. Seit Einführung des Königthums bildete sich auch eine Soldateska heraus. Schon Saul richtete eine Art Garde von 3000 Mann ein, die wahrscheinlich den Stamm bildete, um den sich in Kriegszeiten die übrigen Schaaren sammelten; unter David entwickelte sich die militärische Organisation dahin, dass monatlich je ein Th eil des Volksheeres und zwar 24,000 (vielleicht je 2000 von einem Stamme) in Dienst trat. Jetzt schien es anders werden zu sollen. Das ganze waffenfähige Volk sollte militärisch eingeübt werden, und darin bestand die Sünde1), denn es musste eine solche Zählung zur Härte und zum Uebermuthe führen, da sie ohne alle Nöthigung vor sich gegangen zu sein scheint2). Mit der Sünde David’s hat es also, wie oben schon wiederholt erwähnt, eine ganz andere Bewandtniss3). ב) Eine Stütze für diese Ansicht finden wir inBamidbar rabba, Cap. 2 (Fol. 185. b.) •כל זמן שנמנו ישראל לצורך לא חסרו וכל זמן שנמנו שלא לצורך חסרו כגון בימי דוד Nach diesem Midrasch war also kein Krieg in Sicht, es Jag somit die Nothwendigkeit einer Landesvertheidigung nicht vor, die Zählung kann demnach nur zu dem im Texte angegebenen Zwecke vor sich gegangen sein. 2) Die h. Schrift ist an dieser Stelle sehr dunkel. Graetz, dem so Etwas nicht leicht entgeht, giebt sich in der That alle Mühe, einen «Krieg in Sicht» zu ent* decken. S. Gesch. Bd. I, S. 269. f. «David beschäftigte sich in dem letzten Jahrzehnt seiner Regierung mit einem umfassenden Plan, wie es scheint, mit einem grossen Kriege, welcher zahlreiche Mannschaft erfordern sollte. Welchem Lande der Krieg gelten sollte, lässt sich nur vermuthen, wahrscheinlich Aegypten. Vor Davids Zeit war Aegypten unter drei Herrseherfamilien getheilt; eine derselben hatte ihren Sitz in Tanis (Zoan). Um ihre Macht zu vergrössern, richtete einer der letzten Könige der tanitischen Dynastie (Psusennes) sein Augenmerk auf das benachbarte Land, zunächst auf den Küstenstrich, wo die Philister wohnten. Es war zu befürchten, dass er auch das Land Israel mit Krieg überziehen würde. Um diesem zuvorzukommen, rüstete• David». Siehe auch Anmerkung 2 daselbst. — Alle diese Mühe giebt sich Graetz, um zu erklären, warum David zählen liess. Der Midrasch indess nimmt keinen Anstand, zu sagen, dass es in der That unnöthig und daher sündhaft war (vielleicht auch Rüstung zu einem Eroberungskriege, was der Midrasch ebenfalls שלא לצורך nennt). 3) Folgendermassen spricht sich v. Brentano z. St. aus: «Nach I. Chron. 21, 1 war es ein Satan, ein Volksfeind, welcher David den Rath gab, das waffenfähige Volk zählen zu lassen.» Hätte David sein Volk zählen lassen, um den Zustand der Bevölkerung seiner Staaten zu erfahren, so würde er nicht Strafe sondern Lob verdient haben. Denn wie ein Hausvater seine Einnahme und Ausgabe von Zeit zu Zeit berechnen muss, so muss auch ein Landesvater die Zunahme oder Abnahme der Bevölkerung seiner Pro* vinzen von Zeit zu Zeit berechnen. Allein David hatte eine ganz andere Absicht 4

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