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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 32

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--031-2723516
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29 Gold, Silber oder anderen Stoffen angefertigten Figuren Wahrheiten offenbaren könnten. Einzelne Personen dürften vielleicht so thöricht sein, aber ein ganzes Volk, unter dem es ja auch Denker giebt, unmöglich. Allein es sind auch nicht die Todten (die Götzenbilder), die befragt werden, sondern die lebenden Gottheiten und Mächte, denen zu Ehren diese todten Figuren angefertigt und aufgestellt werden, und auf welche ein Abglanz der Heiligkeit jener Gottheiten sich herabgelassen hat1). Und sollte Aehnliches nicht auch bei den Todtenbeschwörungen und anderen Wahrsagerkünsten vor sich gehen können? — Darauf der Prophet: Man hat euch also zugeben müssen, dass die todten Götzen nichtig sind, und sucht sich hinter angebliche höhere, lebende Mächte zurückzuziehen. Aber — lasst euch nur mit ihnen ein, gebt ihnen nur in Etwas nach, so sollt ihr sehen, sie werden euch sogar Das, was sie eingestandenermassen als baaren Uusinn haben fallen lassen, später als Wahrheit auftischen. Setzen wir nun die beiden Verse her: וכי יאמרו אליכם דר&וו אל האבות ואל הידענים המצפצפים רהמהגים הלא עם אל אלהיו ידרעז בעד החיים אל המתים: לתורה ולתעודה אם לא יאמרו כדבר הזה אשר אין לו שחר* * Die Uebersetzung wäre folgende: «So sie zu euch sprechen: Befraget doch die Todtenbeschwörer und Wahrsager, die da zirpen und flüstern: wendet sich ja jedes Volk an seinen Gott2), um der Lebenden willen (d. i. um der lebenden mächtigen Gottheiten willen), an die Todten (an die Götterbilder). Bei der Lehre und bei dem Zeugnisse (sei’s geschworen), ob sie nicht auch noch das Wort aussprechen werden, 1j Solche Anschauungen sollen — nach den meisten älteren jüdischen Commentatoren — die Götzendiener stets geleitet haben, da sonst ihre Denk- und Handlungsweise gar nicht zu begreifen wäre. Vgl. Rosin «R. Samuel ben Meir als Schrifterklärer» S. 119: «Aller Götzendienst, meint R. Samuel, beruht darauf, dass die Weissagungs- oder Hausgötzen (die Teraphim) und Zaubermittel den «Geist der Unreinheit» (רוח הטומאה) in Wirksamkeit versetzen, wie die Propheten den «Geist der Heiligkeit» (רוח הקדש)• Alle Götzendiener wissen, dass unser Gott im Himmel die Welt geschaffen habe, aber aus jener Wirksamkeit des unreinen Geistes schliessen sie auf vermeintliche Götterwesen, denen sie dann Ehren erweisen, die Gott allein gebühren.Auch Todtenbeschwörern und Wahrsagern sei ein Eingriff in die Weltleitung und eine Vorschau des Künftigen verstattet worden, damit es kund werde, wie treu ergeben Israel seinem Gotte sei, indem es in seiner Mitte keine Art der Zauberei hege u. s. w.» 2) Oder auch: «an seine Götter», אלה יו kann Beides bedeuten.

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