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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 29

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 29)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720951--028-2723513
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26 werth ist, wie richtig־ Jesaias Astronomie und Astrologie auseinanderhält, denn, wenn schon die Alten aus den Worten des Propheten herausgefühlt haben, dass er ihnen wohl «einen Theil» ihrer Vorherverkündigungen als richtig zugiebt, nicht aber «das Ganze1),» so ist wohl im Sinne des Propheten am einfachsten der «richtige Theil» auf die astronomischen Berechnungen, der «falsche» auf die astrologischen Träumereien zu beziehen2), womit auch die Worte מודיעים לחדשים מאשר יבאו עליך übereinstimmen3). Man hat dann auch nicht nöthig, mit Ibn-Esra in Jesaias 44, 25 das Wort בדים durch «Einsiedler» zu erklären, weil «die wahren Astrologen sich nur in voller Zurückgezogenheit und Einsamkeit in ihre Kunst vertiefen könnten4),» sondern mit fast allen anderen Erklärern durch J) ׳מאשר ולא כל אשר Raschi, Kimchi, ikarim u. a. בשם רז״ל• 2) Nickt nur Raschi, sondern auch die freisinnigen Commentatoren: Ibn- Esra, KimcM, Gersonides (in Milckamot) Ikarim, (Abkandl. 4. Cap. 43), Akeda (Pforde 56) verstehen Jesaias dahin, dass er zugestehe, wie die astrologische Vorschau wohl manchmal, aber nicht immer und auch nicht ganz genau so, wie es vorher verkündet worden, eintrifft, ׳מאשר ולא כל אשר während die Prophetie ganz untrüglich sei (/לא יפול מדבר ד ארצה (מלכים 5׳ י/י. Den Grund der astrologischen Trübungen finden sie zum Theil in den öfteren Verdunkelungen der Himmelsgestirne, indem doch (nach Analogie Micha 3, 6) nur bei klarem Himmel richtige Beobachtungen gemacht werden können. Die Worte מודיעים לחדשים erklärt Kimchi nach Ibn-Esra dadurch, dass die Berechnung der Constellation häufig an Neumonden angestellt und mit dem Horoscop in Verbindung gebracht wird. Es entspricht das ihren (in Abschn. F. noch zu erwähnenden) religionsphilosophischen Systemen, die der Atsrologie (im Gegensatz zu Maimonides) einen weiten Spielraum gewähren. Allein, in der h. Schrift hat diese Ansicht keinen eigentlichen Stützpunkt. Hier wird die Astrologie überall pure abgewiesen. Auch Micha’s Ausspruch (3, 6—8) enthält nur eine feine Ironie: «Darum sei euch Nacht ohne Gesicht, Finsterniss ohne Weissagung, und die Sonne soll untergehen über den Weissagern und der Tag sich verdunkeln um sie. Und beschämt werden die Seher, und es erröthen die Weissager und verhüllen das Kinn allesammt, denn keine göttliche Antwort ist da. Ich aber bleibe voll Kraft, voll Geistes des Ewigen, des Rechtes und der Stärke, Jacob seinen Abfall zu verkünden, und Israel seine Sünde.» Man merke auf den Gegensatz. Wer, wie der wahre Prophet, voll ist des Geistes der Moral und der Religiosität, voll ist der göttlichen Inspiration, der hat nicht — wie die Himmelsgucker und Sterndeuter — darauf zu achten, ob der Tag klar oder dunkel ist, seine Prophetie ,hängt nicht davon ab. Damit hat aber Micha jenen Wahrsagern, Astrologen und Gauklern keineswegs ein Zugeständniss gemacht. 8) Ob in dem halb richtigen Theil der Vorherverkündigungen der Sternseher — wie Kimchi nach' Ibn-Esra meint — im Sinne des Propheten auch Meteorologisches mit einbegriffen ist (לרעת הקורות באויר) — ist noch fraglich, aber nicht unbedingt zu verwerfen. והחכם רבי אברהם ב! עזרא פירש ברים מגזרת ברד כי יעז נשמות שיש להם כח (4 nach Analogie von בדים Kimchi ibid.) — Nach Andern) להתבודד ויגידו העתידות

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