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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1881-01-01 · 1881 · page 25

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1881
Date
1881-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
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22 (הבא לטהר מסייעין לו), und wir hören von ihm Worte der Begeisterung*, der Vorschau und der Weissagung, wie wir solche sonst nur von den grössten Propheten Israels zu hören gewohnt sind. Er selbst giebt seinen inneren Gemüthszustand in den Worten kund: «Gott schaut nicht Schuld an Jacob, nicht Verwerfliches an Israel», woraus deutlich hervorgeht, dass er ,von seinen früheren Vorurtheilen abgekommen war1). Es zeugt von dem tiefen Blicke unserer Weisen, wenn sie meinen: מברכותיו של אותו רשע אתה למד מה הל בלבו• «Aus den Segenssprüchen jenes Bösewichtes (Bileams) lässt sich erkennen, was in seinem Herzen vorging» (Sanhedrin 105b.), namentlich wenn die Worte מה הל בלבו auf den Seelenzustand Bileams, ehe er zu einem festen Entschlüsse gelangt war, bezogen werden. (Denn in der That, wenn er z. B. sagt: «Wie soll ich fluchen, wenn Gott nicht flucht?» und: «Gott schaut nicht Schuld an Jacob», so muss er früher wohl an eine Schuld und somit an die Gerechtigkeit seines Fluches geglaubt haben.) Allein man braucht ihn deswegen nicht רשע (Bösewicht) zu nennen; man braucht auch nicht an einen gewissermassen gewaltsamen Akt von Seiten Gottes zu denken, um den Fluch in Segen zu verwandeln2). Es war vielmehr ein naturgemässer Vorgang in der Seele eines grossen Denkers, den Gott durch Inspirationen förderte und zu einem für Israel günstigen Resultate führte. Doch lassen wir die heilige Schrift selber im Urtexte erzählen. Das 24. Kapitel 1—7 ist nach meiner Auffassung also zu verstehen וירא בלעם כי טוב בעיני ד' לברך את ישראל ולא הלך כפעם בפעם לקראת נחשים וישת אל המדבר פניו «Als nun Bileam gesehen (die Einsicht gewonnen hatte), dass es ein gottgefälliges Werk sei, Israel zu segnen, da folgte er nicht mehr, wie sonst wohl, den Vorurtheilen3), sondern richtete seinen 1J Vgl. über diesen Punkt auch die schöne Darstellung bei Graetz (Gesch. Bd. 1 S. 54): «Auf die höchsten Spitzen des moabitischen Gebirgsrückens führte der König der Moabiter den Zauberer Bileam, um ihm einen Ueberblick über die Lagerstätte der Israeliten zu öffnen, damit er sie sämmtlich mit dem Fluche seines Mundes treffen könnte. Aber hingerissen von dem grossartigen Anblick, verwandelte sich im Munde Bileams der Fluch zum Segen; er wurde inne, dass «nicht Zauberspruch Jacob und nicht Orakelsprüche Israel schaden könne, es ist ein Volk, das die Zukunft auf seinen Schultern trägt.» ר״א אמר מלאך ור' יונתן אמר חכה ף (Sanhedrin ibid.). נחשים ף oder נחש, ursprünglich Ahnung (1 נחשתי ויברכני 1 בגללך. Mos. 30, 27), vorgefasste Meinung, davon: Vorurtheil; לקראת heisst nicht blos «entgegen», sondern auch «nach», «gemäss», «parallel», womit auch die von מכלל יופי/ רד״ק und מצודת דוד aufgeworfene Schwierigkeit in Jeremias 51, 31 רץ לקראת רץ ירוץ

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