Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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17 Es bleibt uns nur noch zu beantworten, warum alsdann zu dem Berichte des Pentateuchs über den Tod Bileams (4. Mos. 31, 8) im Buche Josua (13, 23) noch das Wort הקוסם (Zauberer) zugefügt wird (ואח בלעם בן בעור הקוסם הרגו בני ישראל), woraus ja hervorzugehen scheint, dass auch die heilige Schrift ihm eine höhere magische Macht zuschreibt1). Allein abgesehen davon, dass der Volksglaube ihn für einen Zauberer gehalten und diese Benennungalso die bezeichnendste für ihn war, so hat er vermuthlich auch Magie getrieben. Dass diese für den Kundigen nichts Uebernatürliches hatte2), ändert an der Bezeichnung קוסם Nichts; nennt ja die Schrift auch die Zeichendeuter und Geheimkünstler Aegyptens «Weise und Zauberer» (ויקרא פרעה לחכמים ולמכשפים), weil Pharao und die Aegypter sie so nannten, obschon die Schrift erläuternd hinzufügt, dass ihre Künste nur Blendwerk waren (בלהטיהם)/ und dass sie später selbst, nachdem sie sich endlich überzeugt hatten, dass die Macht Mosis und Ahrons aus einer ganz anderen Quelle stamme, sich zu dem Ausrufe genöthigt sahen: ׳אצבע אלה ים הוא das ist Gottes Finger! — Bemerken will ich nur noch, dass R. Elia Wilna dem Worte קוסם noch eine andere Deutung giebt. In seinem Commentare (ביאור מהגר״א) zu Jesaias 13, 2 sagt er: קוסם» קוסס, הוא שמשער דבר העתיד בחכמתו ist ein Mann, der in weiser Vorschau das Zukünftige präsumirt», also etwa «ein scharf und richtig berechnender Politiker», oder etwas Aehnliches. Demnach wäre die Bezeichnung Bileams durch קוסם noch einfacher und — da die Tradition ihn als grossen Staatsmann hinstellt3) — eine sehr angemessene. Allerdings haben wir es hier in Abschn. A. nur mit dem Pentateuch zu thun, und sollten die übrigen Bücher der h. Schrift erst in Abschn. B. behandelt werden; allein, um die Erörterung über Bileam nicht zu zersplittern, anticipire ich hier diese Stelle aus Josua. Erwähnen will ich noch, dass die Bemerkung Kimchi’s (Josua ibid.), das Wort הקוסם wolle nur Bileams prophetische Würde ausschliessen, aus naheliegenden Gründen nicht befriedigt. 2) Ueber die natürliche Magie, namentlich auch über den sogenannten «Hypnotismus», dessen Erforschung erst neuere Gelehrte sich angelegen sein lassen — eine Forschung, die geeignet ist, sowohl über die strengen Verbote der h. Schrift gegen Zauberei ein helleres Licht zu verbreiten, als auch auf gewisse Erzählungen der Talmudlehrer von durch Zauberei bewirkten;unerklärlichen Erscheinungen, theils Heilungen, theils Körperbeschädigungen, ja sogar Tödtungen, einige Streiflichter zu werfen — wird in Abschn. D. die Rede sein. ף s. sota 11 a und Sanhedrin 106a שלשה הי' באותה עצה וכשאמר פרעה הבה נתחכמה לו) בלעם ואיוב ויתרו׳ בלעם שיע׳ן נהרג׳ איוב ששתק נידון בייסורין׳ יתרו שברח זכו בני בניו וכף. Jedenfalls hat die Legende solche Männer gewählt, die im Rufe 2