Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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16 also an keine Zeit gebunden, sondern er vermag willkürlich Naturgesetze durch Zauberkunst zu verändern), so ist etwas Wesentliches an ihm (יש בו ממש); weist er uns aber ab (vertröstet er uns auf eine günstigere Zeit, ist er also Astrologe), dann ist er nicht von (absolutem) Nutzen (׳(אין בו תועלת doch bleibt die Hoffnung nicht ausgeschlossen, dass seine Anweisungen günstig wirken können; daher, als er zu ihnen sprach: Bleibet über Nacht hier, dann werde ich Euch Antwort bringen, wie Gott zu mir reden wird1) da sagten sie: Nun ist auch nicht einmal eine Hoffnung auf ihn zu setzen (׳(אין בו תקוה denn als Gottesmann und heiligen Propheten können wir ihn nicht gelten lassen.» — So weit מהר״י הלוי• Ueberblicken wir nun noch einmal die ganze Bileam betreffende Erzählung der heiligen Schrift, so erhalten wir blos einen objectiven Bericht über die Anschauungen der damaligen Zeit. Wie der Pentateuch selbst darüber urtheilt, ist nicht angegeben, und es ist keine Nöthigung vorhanden, uns dieses Urtheil durchaus mystisch zu denken. Der im Volke allgemein verbreitete Wahnglaube an die Macht Bileams, beliebig und mit erfolgreicher Wirksamkeit (selbst gegen den Willen Gottes) den Segen oder den Fluch auszusprechen, konnte leicht Diejenigen, denen sein Fluch galt, vollständig entmuthigen, darum bewirkte Gott, dass Bileam selbst bekennen musste, er könne ohne Gottes Willen Nichts thun, darum musste ferner der beabsichtigte Fluch ungesprochen bleiben, ja sich in Segen verwandeln (ויהפך ך־ אלהיך ״5 לך אח הקללה לברכה Mos. 23, 6). Auch der Grund, den Ibn-Esra angiebt (4. Mos. 22, 9), ist nicht ohne Berechtigung. Er meint, Gott habe vorausgesehen, dass in nächster Zeit als Strafe für ihre Versündigung am Peor eine Seuche unter den Israeliten ausbrechen werde; damit nun die Welt nicht zu dem Wahne verleitet würde, es wäre die Seuche eine Folge des von Bileam über Israel ausgesprochenen Fluches, musste dieser beabsichtigte Fluch ungesprochen bleiben. *) Raschi citirt zwar blos den Anfang des Verses הלילה HD לינו, doch verlässt er sieb — wie das häufig geschieht — auf die Fortsetzung desselben והשבתי אתכם דבר כאשר ידבר 1 אלי. Vielleicht stand in Raschi auch das Wort וגל und ist später ausgefallen. Vgl. Ramban ibid. V. 13 und Sanhedrin 105a. כיון שאמר לינו וכל והשבותי ׳ובו׳ אמרו כלום יעז אב ששונא וכוי•