Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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13 zu Ehren Jacobs geworden sind1). In gleichem Sinne spricht sich auch Ibn-Esra aus. Was diese beiden Commentatoren aber sonst noch über Bileams Eigenschaft als קוסם hinzufügen, kann uns weniger befriedigen. Nachmanides hält ihn für einen Zauberkünstler, Ibn-Esra für einen geschickten Astrologen2). Vgl. auch Raschi zu V. 7. וקסמים בידם, קסם זר. נטלו בידם, אם יבא עמנו בפעם הזאת יש בו ממש, ואם ירחנו אין בו תועלת, לפיכך כשאמר להם ליבו פה הלילה אמרו אין בו תקוה• «Folgendes Criterium hatten sie (die Aeltesten Midians) mit sich genommen: Wird Bileam sofort mit uns ziehen, so ist etwas Wesentliches an ihm, verweist er uns auf später, so ist er (für uns) ohne Nutzen; daher, als er zu ihnen sprach: Bleibet über Nacht hier, da sagten sie, es ist von ihm Nichts zu hoffen.» Es ist hier zu bemerken, dass Raschi sich zunächst des Ausdruckes ממש (Wesentliches) bedient, dann des Wortes הועלת (Nutzen), endlich des Wortes תקוה (Hoffnung). Es ist hier also ein Klimax in der Aeusserung des Misstrauens zu constatiren. Nur für den Fall der sofortigen Gewährung ihrer Bitte trauen sie ihm etwas Wesentliches zu, bei einem etwaigen Aufschübe schon bedeutend weniger, als er nun aber gar sagte: Bleibet über Nacht hier, verloren sie jede Hoffnung. Aber man sieht nicht ein, was denn in der Antwort Bileams «Bleibet über Nacht hier» so Verfängliches liegt, dass sie ihr Misstrauen bis zu dem Grade steigerten, um selbst alle Hoffnung aufzugeben. Sinnig bemerkt hierzu מהר״י הלוי in seinem Werke Afike Jehuda, Th. 1. Vortrag 12, was folgt: «Im Alterthume (besonders im heidnischen) dachte man sich zweierlei Arten, durch welche ein mit sogenannten geheimen Künsten Vertrauter Hülfe gewähren könne. Entweder, dass er ein wirklicher Zauberer wäre, der die Macht hätte, die (von Gott eingesetzten) Gesetze der Natur zu verändern3), oder ein Astrologe, der zwar die Naturgesetze nicht im Geringsten zu verändern vermag, aber doch die für eine Sache günstige oder ungünstige Constellation der Sterne im Voraus zu verkünden versteht.» Ob eine solche 1 (ג. B. Mos. 20, 3 und 31, 24. 2) Es stimmen diese divergirenden Erklärungen mit den verschiedenen religionsphilosophischen Systemen dieser beiden hochbedeutenden Männer überein. Näheres s. Abschn. F. 3) Ygl. die Interpretation des רשב״א im En-Jakob zu den Worten der Rabbinen: למה נקרא שמם כשפים שמכחישים פמליא של מעלה (Chuiin 7 b). Näheres in Abschn. D.