Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1881
- Date
- 1881-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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10 Auch einer Erklärung־, die Ibn-Esra z. St. von dem Karäör Jefet heranbringt; dass die Anordnung wegen der שקלים auf Musterungen vor einem Kriege sich bezögen und die Motivirung ולא יהי' בהם נגף die Bedeutung hätte, «dass keine Niederlage sie treffe» (׳(שלא ינגפו לפני האויב könnte man nach dem einfachen Wortsinne (לפי פשוטו של מקרא) nicht alle Berechtigung absprechen, wäre sie nicht gegen die allgemein recipirte traditionelle Ansicht, nach welcher das Schekalim-Gebot auch dann Anwendung findet, wenn es sich nicht gerade um eine Kriegsbereitschaft handelt; ich habe sie hier jedoch citirt, um zu zeigen, wie viele Interpretationen unser Schriftwort zulässt, ohne zu nöthigen, in das Gebiet der Mystik hinüberzuschweifen. Aber auch innerhalb des Rahmens der traditionellen Auffassung giebt es noch einige sinnreiche Interpretationen. a) Herxheimer z. St.: «Vielleicht weil in den Mitgezählten Eitelkeit und Hochmuth entstehen, wofür das Geschenk an Gott ein demüthiges Bekenntniss sei, dass man sein Dasein doch nur ihm zu verdanken habe». b) Philippson z. St. «Indem aber der Einzelne gerade dadurch (durch das Mitgezähltwerden) in den Kreis des Heiligen eintrat, war die Steuer zugleich eine Heiligung und so eine Lösung für die auf ihm haftende Schuld. Denn indem hierbei jeder einzelne Israelit selbständig dem Heiligthume gegenübertrat, und in dasselbe mit seiner ganzen Persönlichkeit, also auch mit seiner Verunreinigung aufgenommen sein wollte, musste zuvor eine Lösung nothwendig sein. Dies ist auch der tiefere Grund, warum eine Zählung der Israeliten eine Plage nach sich ziehen sollte (V. 12); so lange nämlich alle Israeliten in die ganze, ungezählte Masse aufgingen, deckte Israel als geheiligtes Volk auch die Einzelnen; sobald aber in der Zählung jeder Einzelne in selbständiger Haltung und Berechtigung am Heiligen auftrat, musste seine an ihm haftende Verunreinigung zuvor gelöst, gesühnt werden, weshalb auch der Ausdruck כפר gebraucht und das Geld כסף הכפרים genannt wird». c) Noch eine Erklärung will ich nicht unerwähnt lassen, die mein Bruder, Rabb. Dr. M. Joel hier in einer am שבת שקלים ge־ haltenen (nicht gedruckten) Predigt gegeben hat und die zwar — wie das in der Natur der Predigt liegt — den Text etwas weniger streng exegetisch (׳(לפי פשוטו vielmehr homiletisch-herme-