Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 131)
- Language
- German
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- Rashi 2× ep/2781487
- Tacitus 1× ep/1025676
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127 kennen zu lernen, in der Erdkunde, und zwar in demjenigen Theile derselben, der bei der Schrifterklärung in Betracht kommt, in der Landeskunde von Palästina. Seine Kenntnisse beruhten, dem scholastischen Charakter der mittelalterlichen Wissenschaft gemäss, lediglich auf Folgerungen aus der h. Schrift selbst, und so musste jeder Fehlschluss eine falsche Vorstellung hervorrufen. Wenn wir bedenken, dass die heute allgemein verbreiteten Anschauungsmittel damals gänzlich fehlten, so können wir nur bewundern, dass wir nicht grössere und zahlreichere Irrthümer wahrnehmen1). Waren doch selbst die römischen Eroberer in der Kaiserzeit über die Lage des von ihnen unterjochten Britanniens noch im Unklaren2). 1. Richtig, wie es scheint, bestimmt RSBM die Lage des «Heerdenthurmes» in der Geschichte Jak ob’s nahe bei Betlehem3), wiewohl diese Annahme vielfach bezweifelt wird. — In Ar erkennt er die Hauptstadt von Moab4). — Der Ausdruck «jenseits des Jordan» erklärt er sehr gut, und meint ferner, auch das Ostjordan־ land habe mit diesem Namen im Pentateuch bezeichnet werden können mit Rücksicht auf dessen Israelitische Leser, welche ja später westlich vom Jordan mit Gewissheit zu denken waren5). Ganz richtig fasst er ferner die Reihenfolge der Grenzen Palästina’s nach den Angaben ‘der h. Schrift zusammen6) und bemerkt in tadelloser Anschauung, dass der nach Norden sich wendende Zug der Israeliten in der Wüste auf Palästina zu gerichtet war7). 2. Irrig hingegen ist die Annahme, dass Jakob den Fluss Jabbok überschritten habe, um vor Esau zu fliehen8), da er im Gegentheil dadurch ihm näher rückte; dass das Suph-Meer (ים סוף) im Südosten von Palästina begonnen habe und dass es gleichbedeutend mit dem todten Meere sei9). Endlich denkt er fälschlich den Euphrat sich genau im Norden des Israelitischen Staates10). *) Ueber mangelhafte geographische Anschauungen bei Raschi s. Zunz, Ztschr. S. 282 A. 4. 2) Nach Tacitus, Agricola c. 10 dachte man sich Britannien so zwischen Germanien und Spanien belegen, dass letzteres westlich davon war. 3) Zu I. Mos. 35, 21. 4) Zu 4. Mos. 21, 28. 5) zu 4. Mos. 22, 1 שעברו את הירדן a. ראוי ליכתב מעבר לירק לאחר (לאותם שלהם קרוי ערבות מואב מעבר לירדן und zu 5 בעבר הירק• Mos. 1, 1, 6) Zu 4. Mos. 34> 2- 7) Zu 5. Mos. 2, 3• Noch genauer ist Raschi z. St., allein RSBM setzt dessen Kenntniss bei seinen Lesern eben voraus (S. 69 f.) 8) Zu 1. Mos. 32, 23 vgl. 21; schon von Sal. Dubno gerügt. 9) Zu 2. Mos. 23, 3 u. 5. Mos. 1, 1. 10) Zu 5. Mos. 11, 24. Das Wort והלבנון das. erklärt er gar nicht.