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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 120

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 120)
Language
German
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zur Voraussetzung mancher von ihm ausgesprochenen Erläuterung ohne jeden Vermittelungsversuch zu nehmen1). Wie RSBM die Aeusserungen der Schrift über die zwei Gottesnamen im Wesentlichen vortrefflich erklärt habe, ist bereits oben auseinandergesetzt worden2). n. Ueber Wesen und Begriff der Engel darf man bei RSBM eine Untersuchung nicht erwarten. Es fehlte ihm die Anregung zu den Fragen über ihre geistige Natur, ihr selbstständiges und bleibendes Dasein und dgl. Die aus der Metaphysik des Aristoteles hergeleitete Lehre von den Sphärengeistern, die für einerlei mit den Engeln der Bibel erklärt wurden, war ihm völlig fremd, und ebenso fern lag ihm jede Speculation über die in den Erzählungen der Schrift wirksamen Engel. Er trägt deshalb kein Bedenken, neue Schwierigkeiten durch eine bereits im Midrasch vorkommende, von ihm jedoch auf viele Stellen ausgedehnte Annähme zu schaffen, welche ihm durch den Wortlaut der Schrift allerdings nahe gelegt war, deren Härten er jedoch in keiner Weise zu mildern das Bedürfniss hat3). HI. Die Prophetie ist ihm nicht eine Stufe der Intelligenz wie den Religionsphilosophen und philosophisch gelehrten Schrifterklärern seiner und der späteren Zeit4). Dass Abraham ein Prophet, Mirjam eine Prophetin genannt wird, ist ihm einer umdeutenden Erklärung bedürftig, weil von deren Wirksamkeit als weissagende oder ermahnende Volkslehrer, wie die Propheten sich der unmittelbaren Auffassung des Bibelwortes darstellen, nirgends berichtet wird. Darum ging RSBM auf den vermeintlichen Ursprung der Wortbedeutung zurück5), benutzte die von Menachem gegebene Ableitung und Erläuterung6) und erklärte den Ausdruck bei Abraham für gleichbedeutend mit «Vertrauter, Wortführer, Fürsprecher»7), bei Mirjam schon näher «Spender von Lob oder ף Zu 2. Mos. 28, 38; 3. Mos. 23, 24. ף S. 100 Nr. 8. 3) Dass nämlich an vielen Stellen mit dem Namen Gottes ein Engel bezeichnet werde (S. 87 A. 2), besonders hart zu 1. Mos. 18, 13. 16. 20. 26. Ibn Esra spricht zu andern Stellen die gleiche Bemerkung aus, sucht sie jedoch zu 2. Mos. 23, 22 und sonst annehmbar zu machen. 4) Vgl. z. B. meine Ethik des Maimonides S. 112 f. 5) Der Bedeutung des Wortes נביא und נביאה• 6) Im Machberet unt. נב I p. 121 verbindet M. 1) מהתנבות. Sam. 10, 13) und והתנבית (das. io, 6) mit ניב שפתים (jes. 57, 19) und erklärt: לשון מבטא הם• ’) Zu 1. Mos. 20, 7.

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