Mannheim
Compact Memory

Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 115

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 115)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2720904-2720953--114-2723425
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

111 dass R. Samuel in einzelnen Fällen «allzusehr Anhänger der buchstäblichen Bedeutungen» sei. Ein auffallendes Beispiel dafür ist seine der Halachah sich entgegensetzende und Menachem1) folgende Deutung des Gesetzes von den Tephillin2), welches er ungeachtet der deutlichen Fingerzeige, die in ganz ähnlichen Geboten gegeben sind3), zu einem bildlichen Ausdrucke für die durch die Tephillin eben zu bewirkende Erinnerung und Beherzigung der Wunderthaten und Gebote Gottes verflüchtigt. So gerieth der aufrichtige und gefeierte Vertreter der Halachah abermals ahnungslos auf die Wege der schlimmsten Gegner, der seinem Gesichtskreise freilich fern liegenden Karäer4). 3. Allzu kühn und ganz unberechtigt ist die zur Ausgleichung anscheinender Widersprüche benutzte Annahme eines Unterschiedes zwischen dem Volke Edom und den Söhnen Esau’s5) sowie von zweierlei Mo ab6). 4. Die gelegentlich ausgesprochene Bemerkung, der Ausdruck des Bef eh lens finde sich nirgends bei Verboten7), möchte man fast für untergeschoben halten, so bekannt sind die dieser Behauptung widerstreitenden Bibelstellen8). 5. Bei einer Gelegenheit bleibt R. Samuel zwar seinem Bestreben treu, die vom Wortsinne zu weit abgehende Agadah abzuwehren, schlägt aber, durch die Noth gedrängt, seinerseits einen ähnlichen Weg ein9). — Eine andere in agadischer Manier auf- *) zu טף in p. 99 a. 2) 2. Mos. 13, 9 (s. 66 a. 2; s. 83, a. 2). 3) In den Schauquasten 4. Mos. 15, 38 und in der Pfostenschrift 5. Mos. 6, 9 und 11, 20, wo schon die Nachbarschaft das nochmalige Gebot der Tephillin 5. Mos. 6, 8 und 11, 18 verständlich macht. Wie käme auch ein bildlicher Ausdruck dazu, so oft und in so ähnlichen Wendungen wiederholt zu werden? 4) Vgl. ob. S. 76. 5) Zu 5. Mos. 2, 4 {wogegen der als Abschreiber thätige Schüler z. St. seine Einwendungen bereits erhebt). 6) Zu 5. Mos. 2, 29. ’) Zu 5 כאשר צוך ה' אלהיך. Mos. 5,12 Abschr. n: כלומר כמו שמפורש הטעם וגו'• ובשביל ששמירת pבדברות הראשונים כי ששת ימים עשה ה׳ את השמים ואת הא שבת וכיבוד אב ואם מצות עשה הם נאמר בהם כאשר צוך ה' אלהיך׳ אבל בכל שאר דברות שהן אזהרות לאוין אין ראוי לומר כאשר צוך׳ כדכת׳מצוך היום לעשותם׳ אבל לא מציגו מצור. שלא לעשות 8) 3• Mos. 4* 2. 13. 22. 27; 517 י• Vgl. den halachischen Ausdruck מצות לא תעשה• 9) Zu 5• Mos. 10, 6 Abschr. II (S. 32 A. 2 Schl.).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.