Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 108)
- Language
- German
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104 in ihrer Kürze recht unscheinbar aussehen, gebührend zu würdigen und zu benutzen1). II. Viele der von R. Samuel gegebenen Erklärungen können nicht auf volle Zustimmung rechnen, sind aber bemerkens werth wegen ihrer Anregung zu weiterer Forschung oder als bezeichnende Denkmäler des Standpunktes, den RSBM und seine Schule in der Schrifterklärung und Sprachforschung eingenommen haben. Wir geben einige Proben, wie sich dieselben aus der Menge darbieten. 1. Unter dem Einflüsse der aristotelischen Physik und der arabischen Auffassung derselben gestalteten sich die Lehren von der Weltschöpfung im vermeintlich biblischen Sinne bei den jüdischen Schrifterklärern, Religionsphilosophen und Chronologen im Orient und in Spanien. Unberührt von solchen Einwirkungen folgt RSBM unbefangen dem unmittelbaren Eindrücke des Schrift- Wortes, wobei er mit jenen Männern insoweit übereinstimmt, als auch sie einer natürlichen Auslegung getreu blieben. Zuerst seien, erklärt er2), der «oberste» Himmel3) und die Erde zwar bereits geschaffen gewesen (V. 1); allein sie waren ohne die Geschöpfe, die wir jetzt an ihnen wahrnehmen; Wasser füllte den Zwischenraum zwischen beiden aus und ein Wind (רוח אלהים) wehte oberhalb dieses Wassers (V. 2)4). Nach längerer oder kürzerer Zeit schuf dann Gott das Licht (V. 3), und hiermit trat der erste Tag des Schöpfungsberichtes ein. Darauf am zweiten Tage schuf Gott einen nach allen Weltgegenden gebreiteten Zwischenraum (ריקוע. פרוש רקיע 1J Es gehören hierher, ausser den eben angeführten, die Erklärungen zu עומר 1 עליהם. Mos. 18, 8 (vgl. zu 5. Mos. 4, 11); zu I. Mos. 18, 13; 20, 13; 21, 17; 26, 25; 27, 30; 28, 18; 29, 17; 31, 42; 32, 2; 34, 25a; 39, 6; 40, 14; 41, 2. 4. 41; 43> 14; zu 46;12 *45;33 ,43 ויתמהו, I; 47, 31; 48, 14; — zu 2. Mos. 2, 3. 6. 23; 5, 2; 6, 26; 8, 18; 10, 10; II, 9; 12, 1. 34. 42. 51; 13, 15; 16, 22. 23; 17, 12. 15; 22, 17. 24. 26; 24, II; 25, 37; 32, 19 (1. n. d. Hdschr. 24 •(והשליכם; 35, 27; — zu 3. Mos. 3, 17; 9, 4. 17. 23 f. nebst 10, 1. 2; 23, 24; — zu 4. Mos. 4> 10; 5,. 31; 20; 12, 7; 14, 17; 17, 23; 30, 2. 3; 31, 13; — zu 5. Mos. 7, I. 9; 8, 20; 9, 4. 5; 11, 10; 24, 16; 29, 18; 32, 4. 26—28; zu לרוב אחיו Ester 10, 3: לא דקרק הכתוב• הוא הדין לכל אחיו לפי פשוטו (im Gegensätze zu raschi und kara). 2) Zu I. Mos. 1, I. 6. 9 (Ker. chem. VIII p. 42 ff.). השמים העליונים ף, auch שמי השמים nach Neh. 9, 6 und 5. Mos. io, 14 genannt, wie RSBM bemerkt. 4) In letzterer Auffassung stimmt RSBM mit Ibn Esra z. St., mit Maimonides, Moreh HI, 30 und mit Nachmanides z. St. überein.