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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 105

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 105)
Language
German
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101 genau wie der Midrasch verfahrt, findet er dennoch ein der Halachah1) widerstreitendes Ergebniss. Es sei, sagt RSBM, eine Sache der Schicklichkeit auch bei menschlichen Königen, sie nicht mit dem Namen zu bezeichnen, den sie selbst für sich gebrauchen, sondern dabei einen dem Untergebenen geziemenden Ausdruck der Verehrung anzuwenden. So sei es gemeint, wenn an dieser Stelle die Form der ersten Person (אהיה) als «Name» G-ottes (שמי), die der dritten Person (יהוה) aber als dessen «Gedenken» (זכרי) erscheine, weil nur dieser Name im Munde der Menschen Vorkommen dürfe2). — Dass aber RSBM eine Art von Geheimschrift an wendet, um jene Erklärung der Gottesnamen der grossen Menge unzugänglich zu machen, hat wohl seinen Grund darin, dass dieselbe bei ihrem Mangel an Bildung den einfachen Sinn des hochverehrten Gottesnamens ohne Schaden für ihr religiöses Gefühl nach der Meinung R. Samuei/s nicht vertragen konnte3). 9. Treffend bemerkt RSBM zu Moseh’s Worten an Pharao bei der Androhung einer Plage: «Hieran sollst du erkennen, dass ich der Ewige bin» (2. Mos. 7, 17), es sei dies eine schlagende Antwort an den Mann, der sich vermessen hatte, zu sprechen: «Wer ist der Ewige, dass ich seiner Stimme gehorche?» (2. Mos. 5, 2)4). 10. Scharfblickend erkennt er als eine leicht erklärliche Anführung aus dem Munde Anderer, was nach der gewöhnlichen Auffassung eine sonderbare Wiederholung wäre5). J) Pesach. 50 a und Kidd. 71 a, wonach 2. Mos. 3, 15 Schl. (S.'i.oo A. 7) besagt, der mit י und ה beginnende Name Gottes (יהרה) dürfe nur geschrieben, und statt dessen müsse der mit א und ד anfangende (אדני) gelesen werden. 2) Irrthümlich werden in Ker. chem. VIII S. 49 Anm. * die Worte R. Samuel’s so aufgefasst, als ob er mit der halachischen Deutung ganz übereinstimmte. Ygl. ob. S. 83 A. 2. s) In der hierher gehörigen, nach der Hdschr. (S. 40 A. 3) berichtigten Stelle zu 2. Mos. 3, 14 sagt RSBM: «Und dass die Schrift den Gottesnamen mit י und ה (und nicht lediglich mit י <ה ׳א und ה) giebt, will ich in der Geheimschrift אתב״ש erklären.» Hierauf folgt (in die richtige Schrift wieder umgesetzt): הוא קורא עצמו אהיה ואנו קורים אוחו יהיה יהוד. ויו במקום יוד כמו כי מה הורו לארם a. >. Gott selbst nennt sich אהיה («Ich bin») und wir nennen ihn יהיה oder — was dasselbe ist — יהוה («er ist»), indem ו für י in diesem Gottesnamen erscheint, wie in dem Beispiele Koh. 2, 22. «Das ist», schliesst RSBM, «die wirkliche Tiefe des Wortsinnes in diesen Versen. Nur Frommen thut man ihren Sinn kund.» 4) Zu 2. Mos. 7, 17; vgl. auch zu 12, 12. 5) Zu 2. Mos. 13, 15.

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