Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2720904-2720953--103-2723414- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
100 Josua, und mit dem babylonischen Namen, den Nebukadnezar dem Daniel gegeben, zusammen und folgert daraus, es sei Sitte gewesen, dem in ein Dienstverhältniss Tretenden einen neuen Namen beizulegen1). 6. Die Vergleichung Juda’s im Segen des Jakob mit einem jungen Löwen hält er bei der Erläuterung des Zusammenhanges an jener Stelle fest und zeigt, dass das Bild nur getreu ausgeführt werde2). Richtig setzt er auch eine geschichtliche Beziehung in der geweissagten künftigen Grösse dieses Stammes voraus, indem er jede in die weitesten Fernen der Zukunft schweifende Auslegung abweist und so den Religionsstreitigkeiten seiner Zeit sein unparteiisches Urtheil entgegensetzt3). 7. Sehr schön erklärt er im Allgemeinen und im Besondern den Segen Jakob’s für den Handelsstamm Sebulun und für den Ackerbau treibenden Stamm Isachar4). Ebenso zutreffend wird die Weissagung für den Stamm Benjamin geschichtlich erläutert5). 8. Als Meister in der Ermittelung der einfachsten Bedeutung bewährt sich RSBM in der Erklärung der Stelle von den zwei eigentliehen, dem Moseh offenbarten Gottesnamen. Dieselben seien für Verbalformen erklärt, deren Eine (אהיה) nur bei dieser Gelegenheit gebraucht werde, um Gott selbst die Aussage seines ewigen Seins (אהיה אשר אהיה) in den Mund zu legen, während die andere (יהרה) im Munde der Menschen von Gott in der dritten Person eben dasselbe bekunde6). — Ganz eingenommen von dieser unzweifelhaft richtigen Auffassung der Stelle kann indessen RSBM der Versuchung nicht widerstehen, diese Unterscheidung auch in den Schlussworten des folgenden Verses7) nachzuweisen, obgleich er am wenigsten hätte verkennen dürfen, dass dort die ihm wohlbekannte sinnverwandte Gliederung der gebundenen oder gehobenen Rede im biblischen Hebräisch8) und durchaus nicht ein gegensätzliches Auseinanderhalten vorliege. Indem R. Samuel aber gegen seine Gewohnheit hierbei x) Zu I. Mos. I, 5 und besonders zu 41, 45 unter Vergleichung von 4. Mos. 13, 16 und Dan. 1, 7; 4, 5; — ferner zu 4. Mos, 13, 16. 2) Zu 1. Mos. 49, 9. 3) Zu 1. Mos. 49, 10 (S. 98). 4) Zu I. Mos. 49, 13—15. 5) Das. 49, 27. G) Zu 2. Mos. 3, 14 (S. 33 A. 2; S. 39 A. 7; S. 75 A. 5; S. 84 Nr. 5). 2 ף. Mos. 3, 15 Schi. זה שמי לעלם וזה זכרי לדר דר• 8) S. 18 A. 5; S. 66 A. 2 und weiter unten.