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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 83

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 83)
Language
German
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79 eine erhöhte Bedeutung für die Geister gewann, da bedurfte es einer entschiedenen, ganz abweichenden Strömung, um dem einfachen Wortsinne die ganze Breite des exegetischen Gebietes wieder zu gewinnen. Den ersten Anstoss hierzu gaben bekanntlich Anan (st. um 761) und die ersten Karäer, die seiner der Ueberlieferung feindlichen Richtung folgten und mit ihm an die Stelle der talmudischen eine andere Schriftdeutung zu setzen sich bemühten. Ihnen trat als Vertheidiger der Ueberlieferung Saadia (892—942) entgegen, ausgestattet mit grammatischer Bildung und der Kenntniss der dem Hebräischen so nahe verwandten arabischen Sprache. Das Ziel seines, Uebersetzung und Erklärung vereinigenden Bibel Werkes war eine wissenschaftlich gehaltene, getreue Wiedergabe des Urtextes der h. Schrift. Die dieser Arbeit und denen seiner Nachfolger unter den Gaonen anhaftenden Mängel wurden theilweise überwunden von den Sprachforschern und Schrifterklärern der spanischen Schule, unter denen Menachem Ibn Saruk und Dunasch b. Labrat, die bereits genannten1), wiederum von den Grammatiker Jehuda Chajug' (u. 1000) und Jonah Ibn G'annach2) (c. 995 bis c. 1050) übertroffen und vielfach ergänzt wurden. — Mit ihnen wirkte, gleichfalls in Spanien, eine stattliche Reihe von Schrifterklärern, die ihre Aufgabe mit wissenschaftlichem Emst erfassten und zu lösen suchten, bis Abraham Ibn Esra3) die Exegese auf den Gipfel des. damals Erreichbaren erhob. Wie wir früher gesehen haben, wirkte gleichzeitig mit ihm als der bedeutendste Schrifterklärer der selbständig fortentwickelten nordfranzösischen Schule unser RSBM, der unter ganz verschiedenen Verhältnissen herangebildet, in der Exegese die von Menachem b. Chelbo4) begonnene und in seinem Grossvater Raschi5) zu ihrer vollen Bedeutung gelangte Arbeit für seine Landsleute fortzusetzen und zu vollenden berufen war. In Gemeinschaft mit seinem Freunde Kara6), aber gründlicher, vielseitiger und schärfer blickend als dieser, war er bemüht, die Erklärung der h. Schrift nach den Regeln einer möglichst schlichten Auslegung in seinen Commen- 1) S. 5. 65 und 66. 2) Munk, Notice sur Äboul ־ Walid, Paris 1851; Kjrchheim in תולדות לבינו יונה im Eingang zu הרקמה *D ed. B. Goldberg, Frkf. a. M. 1856, u. AA. 3) Ob. S. 74 ff. ף S. 67. ף s. 3. 6 und 68 ff. 6) S. 72 ff.

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