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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1880-01-01 · 1880 · page 12

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1880
Date
1880-01-01
Page
– (sequence 12)
Language
German
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IRI
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8 Doch bei allem Eifer und Fleiss für seine theologischen Studien versank R. Samuel nicht in die für Welt und Leben stumpfe Abgeschlossenheit einseitiger Buchmenschen. Hiergegen schützte ihn die mannigfache Berührung, in welche früher seines Grossvaters, später sein eigenes Richteramt seinen Geist;mit dem Treiben der Welt brachte 1). Freilich mag er darin gegen seinen Bruder R. Jakob bedeutend zurückgestanden haben, der sich im Vergleich zu ihm wie ein Lebemann Vorkommen musste, als er ihn, wie erzählt wird, wegen seines gewohnheitsmässig gesenkten Blickes bei Gelegenheit neckte 2). Allein der Geist R. Samuel’s bewahrte den Blick frei für das Weltleben, wo es die Förderung seines Wissens galt. Das kam ihm denn auch später als Erklärer der Bibel und des Talmud vielfach zu statten. Wo es ihm aber an eigner Erfahrung mangelte, da drängte es ihn, bei Männern von Fach die erforderliche Auskunft zu erfragen 3). C. (Erlebnisse und Tod.) Von seinen Erlebnissen giebt weder er noch ein anderer Schriftsteller irgend welche bedeutsame Kunde. Wir müssen uns mit Einzelheiten begnügen, die wir aus gelegentliehen Aeusserung־en erfahren. Danach ist er von den im Gefolge der Kreuzzüge eingetretenen Leiden seiner Glaubensgenossen in Gemeinschaft mit seinen Verwandten, mindestens durch Beängstigungen, ebenfalls heimgesucht worden4). An einem fremden Orte, vermuthlich in Caeri5), war er einst in besorgnisserregender Lage, ') R. Tam schreibt bei Luzzatto, Ker. chem. VII 45 unten: והאחד המיוךןך איננו רבנו שמואל כי הלך לשוק טרוייש» was Berliner in Frankel’s Monatsschrift, 1868 S. 185 auf die Theilnahme an einer Rabbinerversammlung in Troyes zur Zeit der dort abgehaltenen Messe bezieht, wie eine solche bei Mordechai zu Gittin § 714 S. 117a ed. Riva (בכנופיא שול שוק טרןורען) erwähnt werde. Nach Salomo Luria’s Ueber־ lieferung folgte RSBM seinem Grossvater im Rabbinat zu Troyes* (s. תשובות מהרש״ל § 29). ף Samuel Schlettstadt in הגהות מרדכי zu Erub. I, 274 fol. I59d ed. Riva: ועוד רצה רשב״ם לעשות אחרת כיי שפל עינים היה ורצה לעלות בקרון סוס ופרד מושכין בו ולא הרגיש• איתרחיש ליה גיסא• נזדמן אחיו ר״ת שם• א״ל אל תהי צדיק הרבה שא מרום עיניך והנה סוס ופרד לקראתך• Es ist also ein Missverständnis, wenn Gedalja in Schalschelet aus dieser Erzählung auf Kurzsichtigkeit bei R. Samuel (שךןידך, ק^ך הראיה מאד) schlosst. 3) Näheres bei der Besprechung seines wissenschaftlichen Standpunktes. 4) In Eb. haes. fol. 146c sagt er am Schlüsse eines Bescheides: ואני הצ^רך מתוך טירוד וטלטול נואשתי עד עתה כי נחנו קצת"•• וצורנו ישקיט לכל עמו מימי רע- 5) Nach Zunz bei Steinschn. HB VI, 117 A 5. Die LA □ייזכרנו לחיי auch in Hajaschar cod. Halberstam befindlich, bestätigt die Auffassung Berliner’s in Frankel’s Monatsschr. 1868 S. 185.

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