Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1879
- Date
- 1879-01-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
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35 frauen werden als Grund für ihre gesetzliche Ausschliessung aus der jüdischen Gemeinschaft angegeben.1). Wahrscheinlich wurde angenommen, dass die aus der Schändung erzeugten Kinder einen Bestandtheil der palmyrenischen Bevölkerung gemacht haben und als Bastarde anzusehen seien. Mit den Palmyrenern wurden auch Mesener in Mitleidenschaft gezogen. Wir wissen bereits, dass ein lebhafter Verkehr zwischen Palmyra und Mesene. stattgefunden hat, dass Palmyrener oder Tarmudäer fast ausschliesslich den indischen und arabischen Handel mit dem Römerreiche und zwar grösstentheils über Mesene vermittelt haben. Es kann nicht gefehlt haben, dass sich Palmyrener in Charax-Spasinu, in Eorath, in Apamea oder andern Handelsstädten Mesene’s dauernd niedergelassen und hier ihre Eactoreien angelegt haben, um der mit grosser Unbequemlichkeit verbundenen Hin- und Herreise überhoben zu sein. Oder palmyrenische Kapitalisten haben indische und arabische Waaren in grossen Quantitäten in Mesene angekauft und sie an zureisende Karawanen abgesetzt. Es kann daher als eine Thatsache angenommen werden, dass Palmyrener sich in mesenischen Emporien fest angesiedelt haben. Wir haben auch erfahren, dass es in der mesenischen Hauptstadt Charax Spasinu jüdische Proselyten gegeben hat, selbst am königlichen Hofe. Warum sollten wanderende oder in diesem Lande angesiedelte Palmyrener sich nicht ebenfalls zur jüdischen Bundesgemeinschaft gedrängt haben? Aus der entgegengesetzten Gesetzesbestimmung über Aufnahme von Proselyten aus Palmyra folgt jedenfalls, dass sich solche nicht vereinzelt dazu gemeldet haben müssen. — Es ist eine bemerkenswerthe Erscheinung, dass es in den beiden grossen Centren des Handels im Morgenlande, in Palmyra und Petra, welche beide mit Mesene in Verbindung Jebamot a, a. 0, 3*