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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1877-01-01 · 1877 · page 49

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1877
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 49)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720959--48-2723158
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47 der allgegenwärtigen Gottheit verdrängen wollte17), dass aber die geheime Missethat im Vergleich zu der öffentlichen Entweihung des göttlichen Namens das kleinere Uebel ist. Michael Sachs, als hätte er geahnt, dass der Unverstand an jenem Satz Anstoss nehmen würde, giebt ihm folgende Wendung18): «Wer sich soviel Zeit lässt, ehe er seinen Regungen und Trieben folgt, dass er auch nur das Gewand wechselt, dass er das bunte, schimmernde Prachtkleid, in dem er seiner äusseren Erscheinung Anmuth und Gunst zu gewinnen trachtet, mit dem demuthsvollen Schwarz der Trauer vertauscht; wer nur bedenkt, dass er ein Trauerkleid anlegt um seiner Seele Ruhe, die er preisgeben will, ein Trauerkleid um die lichte, himmelreine Unschuld und Fleckenlosigkeit des Gemüthes, die er von sich wirft; wer dahin geht, wo ihn keiner kennt, als nur er selbst und sein Gott; wer in seines Gewissens Kämmerlein sich einschliesst und, ehe er dem Trieb der Sünde die Thür öffnet, noch ein Wort der Zwiesprache pflegt mit seinem besseren Triebe — der kann thun, wie ihm sein Herz g־ebeut ... So hoch steht des Menschen Adel und Würde, so tief ist ihm sein göttlicher Ursprung‘ eingepflanzt — er wird, er muss sich in der Welt besinnen und wird umkehren und genesen.» Allein, wie sinnig und homiletisch berechtigt diese Wendung auch sei, in Wahrheit hat jener Satz keinen anderen als den oben angegebenen Sinn. Die Voraussetzung*, von welcher derselbe ausgeht, wiederholt sich auch noch sonst vielfach. So heisst es z. B. im jerus. Talmud19): «Verwerflicher noch als der Götzendienst ist die Entweihung des göttlichen Namens; denn wir finden, dass Gott wohl jenen unbestraft hing*ehen liess, aber nicht diese.» Doch genug. Aus dem Gedanken der Berufung des Menschen 17) 1^כל העובר עברה בסתר כאלו דוחק רגלי העזכינה. noch Kadduschim 40 a: ראוי לו שלא בא לעולם 18) Predigten II, 374• 19) Nedarim III, p. 38 b; cf. Wajikra rabba c, 22.

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