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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1877-01-01 · 1877 · page 38

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1877
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 38)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720959--37-2723147
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36 Vater, für die Erhaltung und Erziehung ihrer unmündigen Kinder Sorge zu tragen. Der Antrieb hierzu floss aus dem elterlichen Herzen, und die Legislatur fand es nicht nöthig, dem Antriebe durch ihre Autorität stärkeren Nachdruck zu geben. Zarte Elternliebe und kindliche Ehrfurcht, sagt Ewald3), sahen wir von früh an in der ganzen Geschichte Israels vorwalten; wie die alten Sagen und Geschichten laut darüber reden, und das kananäische, d. i. nicht-israelitische Wesen nicht stärker als durch die Bilder unkindlichen und unväterlichen zuchtlosen Wesens beschrieben ward, so bezeugen noch spätere Zeiten den tiefen Abscheu vor unhäuslichem Wesen in den stärksten und die Lust an guter Häuslichkeit in den lieblichsten Ausdrücken. Die Propheten und Dichter vergleichen selbst die göttliche Liebe zu der Liebe des Vaters und der Mutter»4). «Die Continuität der Volkssitte brachte es mit sich, dass die Familienbande auch in der nachbiblischen Periode nicht gelockert, sondern im Laufe der Zeit und in Folge der Bedrückung von aussen noch mehr befestigt wurden. Die Schule liess sich aber davon nicht irre machen. Da das Gesetz darüber schweigt, so nahmen die Rechtsgelehrten keinen Anstand, zn lehren, dass der Vater nicht juristisch verpflichtet ist, für die Erhaltung seiner Kinder Sorge zu tragen, so dass er in dieser Richtung nur eine religiös-ethische Aufgabe zu lösen hat5). In ruhigen Zeiten und unter normalen Verhältnissen behielt diese Doktrin ihre rein theoretische Tendenz. Das Leben blieb davon unberührt. Nachdem aber der tragische Ausgang des Hadrianischen Krieges das jüdische Land und Volk in namenloses Elend gestürzt hatte, wurde die Theorie für die Familie und mittelbar auch für die Gemeinde bedrohlich und verhängnisvoll». 8) Die Alterthümer des Volkes Israel, S. 170. 4) 5. B. M. 32, 6—2. Sam. 7, 14. 15. Ps. 89, 27. Jesaj. 63, 16. 66, 13; *) Ketubot 4, 6 u. die beiden Gern. das. u. B. daselbst 65 b.

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