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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1877-01-01 · 1877 · page 25

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1877
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 25)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720959--24-2723134
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23 dankens göttlicher Leitung und menschlicher Hingebung, göttlichen Gebotes und menschlichen Gehorsams. Darum und darin zeigt das Leben des jüdischen Volkes ein von dem Leben anderer Völker so sehr verschiedenes Bild. Eben so gross wie für die Ausbildung des reinen Gottesbewusstseins und vielleicht noch grösser zeigte sich die Nothwendigkeit, dasselbe durch eine gesetzliche Lebensführung sicher zu stellen für die dauernde Erhaltung und Entfaltung der Gottesidee. Das gesammte Schicksal des jüdischen Volkes, von seiner geographischen Lage bis zur Eigenthümlichkeit des Volksgeistes, von den mächtigen Bewegungen und Erschütterungen im Innern bis zu allen Beziehungen des Staates nach aussen, hat immer neue und immer grössere Gefahren erzeugt, dass das Volk seinem innersten Wesen, seinem heiligen Beruf, seinem idealen Besitz untreu werden möchte — vollends von derjenigen Zeit ab, welche man als die talmudische bezeichnen kann. Ich will gar nicht von den äusseren historischen Schicksalen reden; es genügt hierfür, an die allbekannten Thatsachen zu erinnern. Aber wenn wir nur auf das innere geistige Leben der Völker in jener Zeit blicken, dann finden wir, dass wie vormals Assyrien, Babylon, Persien von der einen, Egypten von der andern Seite, so später erst Griechen, dann Römer, genau genommen beide oder alle zusammen auf den jüdischen Geist, auf seine schon zerstreuten Vertreter einstürmen. Dass jetzt inmitten dieser Völkerfluthen, inmitten dieser mächtigen unausgesetzten Geistesströmungen, der ureigne Kern des inneren Lebens im Volke Israels sich bewährt und erhalten hat, gehört wohl unstreitig zu den wunderbarsten Ereignissen in aller Geschichte des menschlichen Geistes. Dies wunderbare Ereigniss zu vollbringen, half am meisten jenes zähe, energische, rührend treue Festhalten aller denkenden Geister und aller edlen Gemüther an den überlieferten Regeln und Gesetzen, an den Sitten und Satzungen, an Lehren und Geboten, die mitten im Ansturm aller Verlockung und aller Bedrohung immer klarer und fester, immer

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