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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1877-01-01 · 1877 · page 23

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1877
Date
1877-01-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720959--22-2723132
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21 den Vorzug gaben, sahen in ihr darum noch nicht das höchste oder das allein wahre Gut des Lebens, sondern eben so wohl eine Erfüllung der Pflicht im Sinne der Praxis als namentlich auch eine ideale Lebenserfüllung, oder eine Heiligung des Lebens; wenn diese seinen Werth bestimmen und seinen Zweck ausmachen, so werden sie durch die geistige Beschäftigung auf dem kürzesten Wege und ohne den Umweg eines in die Welt eingreifenden Handelns erreicht17). kundig werden der Schrift, damit man dich einen Weisen nenne; nicht forschen, dass du ein Rabbi werdest; nicht Scharfsinn üben, damit du an der Spitze der Räthe sitzest, sondern aus Liebe lerne, und sei gewiss, die Ehre wird am Ende schon kommen. Mache die Wissenschaft nicht zur Krone, um mit ihr gross zu thun, nicht zum Grabscheit, um damit zu pflügen; denn siehe, Belsazar hat sich heiliger Gefässe nur bedient, welche keine Weihe mehr hatten und wurde gerissen aus dem sittlichen Weltenverbande, wie nun erst muss der es werden, der sich der Krone der Lehre als gemeinen Mittels bedient? (Nedarim 62 a). Wie tief musste ein Rabbi Tarfon von der Heiligkeit der Wissenschaft durchdrungen sein, wenn er sich’s nie verzeihen konnte, sein Leben gerettet zu haben durch Angabe seines Gelehrtenstandes, wo er es durch Geldopfer ebenfalls hätte bewirken können! (Nedarim ibid.) Wie ehrfurchtgebietend ist’s, wenn Rabbi Jonatan ben Amram während eines Hungerjahres von dem Patriarchen nur diejenige Berücksichtigung fordert, welche der Mensch auch dem darbenden Thiere schuldet, um durch die Kundgebung seines Lerneifers keine grössere Sorgfalt zu erzielen, und sich so der Torah als Auskunftsmittels zu bedienen.“ (B. batra 8 a und Meisel’s Homilien zu den Sprüchen der Väter S. 470 f). Geschichtlich ist nachgewiesen, dass diese ideale Anschauung in dem jüdischen Volke lange über die talmudische Zeit hinaus fortwirkte. ,,Simon b. Zemach Duran (geb. 1361, gest. 1444) war der erste Rabbiner, der von der Gemeinde Sold bezog, was bis dahin in spanisch-jüdischen Gemeinden ohne Beispiel war. Simon Duran hielt es daher für gerathen, sich vor der öffentlichen Meinung zu entschuldigen. Es sei ein Nothfall für ihn, da er einen Theil seines bedeutenden Vermögens während des Gemetzels in Mallorca eingebüsst, und den Rest auf Bestechung hatte verwenden müssen, um nicht als judaisirender Christ dem Molochsarme der Dominikaner überliefert zu werden. Fast als ein Bettler sei er nach Algier gekommen, und die Arzneikunde, von der er sich Subsistenzmittel versprochen hätte, bringe ihm nichts, da der ärztliche Stand unter den Berbern nicht geachtet sei“ (Graetz, Geschichte der Juden VIH, S. 110 nach Durans Respons. I No. 148 und dessen Commentar zu Abot IV, 5 ed. Jellinek p. 64). 17) Vgi. Per. Kinjan Torah 2: חורין אלא מי שעוסק בת״ת p אין לך•

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