Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 159)
- Language
- German
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V des Lehrer-Collegii Ihnen ihr Vertrauen entgegen bringen, ohne welches eine gedeihliche Wirksamkeit nicht möglich wäre. Sie treten in einen Kreis von Studirenden, die aus innerem Streben beseelt ein Fach gewählt haben, welches von dem Einzelnen grosse Entsagung fordert, und welches, über mühselige Pfade führend, wohl innere Befriedigung, aber nur geringe äussere Erfolge verspricht. Mögen Sie diesen jungen Männern nahe stehen in der Lehre, wie im Leben. Mögen Sie ihre Studien leiten mit der vollen und ganzen Hingebung eines von der Wichtigkeit seiner hohen Aufgabe durchdrungenen und begeisterten Lehrers. Mögen Sie ihnen, die im Dienste der Wissenschaft zum Theil aus weiter Ferne hierher geeilt sind, hier eine zweite Heimath eröffnen, ihnen der väterliche Freund und Bathgeber sein, der Ihr verewigter Vorgänger ihnen gewesen. Und so heisse ich Sie nochmals herzlich willkommen und wünsche, dass Ihr Kommen ein gesegnetes sei für Sie selbst und für diese Anstalt. Der Director erwiderte: Meine Herren Curatoren! Wie ehrenvoll auch die Stellung, welche Sie mir anvertrauen, und wie reich an Einfluss auf das geistige Leben des Judenthums, zu welchem sie Gelegenheit bietet: so habe ich doch aus einem Kreise, in welchem ich ein Vierteljahrhundert mit sichtbarem Erfolge gewirkt, zu scheiden und zugleich die Kanzel mit dem Katheder zu vertauschen, nur mit schwerem Herzen mich entschlossen. Denn während die langjährige Uebung in dem liebgewonnenen Beruf zu einer gewissen Meisterschaft erhebt, bin ich auf dem Katheder vergleichungsweise noch ein Neuling, wenig geübt im wissenschaftlichen Lehrvortrag. Indessen hat einer־ seits Ihr wohlwollendes, herzgewinnendes Entgegenkommen mich ermuthigt, mir die Hoffnung eingeflösst, dass es mir auch in dem neuen Wirkungskreise gelingen werde, mir Freunde und Verehrer zu erwerben, andrerseits habe ich mir sagen müssen, dass das Statut, welches für unser Seminar massgebend ist, jenen Mangel gleichsam sanktionirt, indem es einen Babbiner für diese Stellung verlangt, der ja in den allerseltensten Fällen neben seinem geistlichen Beruf Gelegenheit finden wird, seine wissenschaftliche Lehrfähigkeit zu entfalten. Offenbar liegt hier die Voraussetzung zu Grunde, dass derjenige, welcher ein Wissensfach in seiner Tiefe wie in seiner Breite