Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 158)
- Language
- German
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IV theologische Seminar nicht habe nennen können, ohne gleichzeitig Frankel’s zu gedenken. Deshalb habe Alle, die der Anstalt nahe stehen und die es mit ihr wohl meinen, bei dem Ableben ihres ausgezeichneten Leiters ernste Sorge um die Zukunft seines Werkes beschlichen, — habe Allen die Frage auf den Lippen gelegen: was wird aus unserem Seminar werden. — Aber so berechtigt diese Frage unter der W'ucht des damaligen Schlages, unter dem Eindrücke der Trauer um den allverehrten Mann, um so zuversichtlicher, um so vertrauensvoller die Antwort, wenn man die Ziele und Gedanken, welche für die Begründung des Seminars^tfiassgebend gewesen seien, ins Auge fasse. — Nicht flüchtigen Tageszwecken habe Frankel gehuldigt, er habe vielmehr die providentieile Mission gehabt, in der Begründung des Seminars einem Gedanken Ausdruck zu verleihen, welcher im Laufe dieses Jahrhunderts die Besseren unter unseren Glaubensgenossen beseelte. Diese hatten erkannt, dass der jüdischen Wissenschaft eine gedeihliche Entwichelung nur alsdann beschieden sei, dass sie als ebenbürtiges Glied ihrer Schwesterwissenschaften lediglich dann existiren könne, wenn sie nach Art und Form dieser letzteren ein wissenschaftliches System annähme, wenn sie ihren Bekennern zugeführt würde in Verbindung mit den Grundlagen universeller Bildung, in ihren Beziehungen zur Philosophie und zum klassischen Alterthume; wenn sie, mit anderen Worten, heraustrete aus dem engen und beengenden Lehrhause der Vorzeit in den freieren Lehrsaal moderner wissenschaftlicher Forschung. Dies sei das Ideal gewesen, welches bei Begründung des Seminars vorgeschwebt und welches auch für alle Zukunft seinen Leitern und Lehrern den Weg erfolgreicher Thätigkeit vorzuzeichnen habe. Sie treten — fuhr der Redner fort — am heutigen Tage in einen Kreis von Collegen, welche durch ihre langjährige, hingehende und erfolgreiche Thätigkeit sich bereits den Anspruch auf die Dankbarkeit der Anstalt erworben haben, Männer von hoher Bedeutung, von bewährtem Namen auf dem Gebiete wissenschaftlichen Wirkens. Mögen Sie, verehrter Herr Director, in einmüthigem Zusammenwirken mit jenen Männern nur denjenigen Ehrgeiz suchen, welcher nach der Palme höchsten Wissens, nach der idealen Vollendung des gemeinsamen Werkes strebt, — mögen auch die verehrten Mitglieder