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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 142

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 142)
Language
German
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138 selben vorangestellt hat und erklärt dergleichen fürüberflüssig, da er im Gegentheil jeder Prüfung seiner Arbeiten sich freue1). IV. Zur Gerechtigkeit gehört schliesslich auch die Dankbarkeit für empfangene Wohlthaten. Wessen du, sagt M., auch nur an Einem Tage deines Lebens bedurft hast, wer dich je gefördert oder in der Noth dir geholfen hat, und wäre dir später auch ein Leid von ihm geschehen — du musst ihm gedenken, was er vormals an dir gethan. So lautet das Gesetz: «Du sollst den Aegypter nicht ab weisen* denn du warst ein Fremdling in seinem Lande» (5. Mos. 23, 8), — wie viele Leiden auch die Aegypter unseren Vätern bekanntlich bereitet haben2). C. Eine Reihe von Erörterungen bei M. schliessen sich an das Wohlwollen (חסד). I. Eine thätige Bewährung des Wohlwollens sind die Liebes־ erweisnngen einer ausgleichenden Gerechtigkeit. Sie bestehen, sagt M., entweder in Hülfe durch Geld, wie Almosen, Lösung Gefangener u. dgl.; oder in Hülfe durch persönliche Leistungen, wie Todtengeleit, Tröstung Leidtragender, Besuch im Hochzeitshause u. s. w.3). 1. Die Hülfe durch Geld wird geleistet in Gaben der Wohlthätigkeit, denen sich schon deshalb Niemand entziehen sollte, weil bei dem Wechsel menschlicher Schicksale Jeder in die Lage kommen kann, derselben zu bedürfen4). Das mosaische Gesetz hat durch mehrere Anordnungen eine beiläufige Erziehung und Gewöhnung zur Wohlthätigkeit beabsichtigt5). — Doch soll die Freigebigkeit ihre Grenzen einhalten, damit nicht der verschwenderisch Gebende selbst zum Armen werde und wiederum Anderen zur Last falle6). — Höher steht und förderlicher ist das Darlehn an Arme, schon weil es den Verschämten, die jede andere Unterstützung abweisen, die einzige annehmbare Hülfe bringt7). Die jüdischen Gesetze über das Darlehn *) Brief an das Schulhaupt Sam. lialevi in Bagdad fol. 43 a od. Kob. I, Besch. 156. 2) Mor. III, 42. 3) Zu Pecih I, 1. *) Mor. III, 85. 5) Das. III, 39 (ob. S. 89 u. A. 5 das.; S. 125, A. 10; S. 128, A. 3); vgl. III, 46. 6) Ob. S. 90 aus Berak. IV; H. Arachin VIII, 13 im Anschlüsse an die Mischnah Arach. VIII, 4 (vgl. arist., NE. IV, 2); H. Matn. anij. VII, 5; besonders aber Sendschr. nach Jemen S. 47 ed. holub. 7) B. d. Ges., Geb. 197. Vgl. schon r. simon b. lakisch: גדול *המלוח יותר מן העושה צדקה (Schdbb. 63 a).

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