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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 130

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 130)
Language
German
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IRI
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126 C. Das Streben nach äusserer Ehre missbilligt M. unbedingt1). Die angesehene und einflussreiche Stellung mancher Glaubensgenossen seiner Zeit erklärt er für ein grosses Uebel, nicht für ein Glück. Behinderung an treuer Erfüllung religiöser Pflichten, Abhängigkeit von herrschenden Ansichten und Neigungen, Unglimpf von Andersgläubigen oder der Unmuth der Regierenden bringen den Ehrgeizigen oft in eine schlimme und sittlich bedenkliche Lage2). Zweites Capitel. Inneres Leben. Ueber das innere Leben giebt M. Lehren, die unter drei, den obigen entsprechende, wenn auch anders geordnete Gesichtspunkte sich einreihen lassen. A. Leben und Gesundheit der Seele sind Gegenstand der Fürsorge in folgenden Lehren. I. Der Seelenfriede wird wesentlich durch die Genügsamkeit gesichert. Die Neigung zur Pracht und zur Ueppigkeit führt zur Un- Zufriedenheit mit Gott, zu einer düstern Lebensanschauung, die überall Unrecht und Mängel sieht. Die beglückende Erkenntniss einer liebreichen Vorsehung erschliesst sich nur den tugendhaften und weisen Menschen3). Darum verbietet das mosaische Gesetz nicht allein die gewaltsame Beraubung des Nebenmenschen (3. Mos. 19, 18); es will auch das Begehren nicht (2. Mos. 20, 17), das den Menschen antreibt, fremdes Eigenthum durch allerlei Mittel an sich zu bringen; ja auch das Gelüsten nach dem Besitze eines Andern (5. Mos. 5, 18) soll in der Seele nicht aufkommen4). Die Gelübde der Enthaltsamkeit (4. Mos. 30, 3—17) sind in den Kreis der mosaischen Gesetzgebung gezogen worden, weil sie an Genügsamkeit gewöhnen5). H. Zur Behauptung der Seelenruhe dient die von M. auch aus anderen Gründen verlangte Mässigung in Freud und Schmerz6). 24), über die Priestergaben (5. Mos. 18, 4; — 4. Mos. 15, 20; — 2. Mos. 28, 19; 34, 26; 5. Mos. 26, 2; — 5. Mos. 18, 3. 4) und über Scbatzungsgelübde und Banngut (3. Mos. 27). ג) S. die Stelle S. 125, A. 8. 2) Brief an Jos. Aknin (Briefs. 15 b unt. u. Kob. II, 31b. Vgl. Mor. II, 36 über die Vermeidung falschen Ehrgeizes (bei dem Bilde des prophetischen Mannes). 3) Mor. III, 12. Vgl. ob. S. 41. 4) B. d. Ges., Verb. 365. 366 nach Mechilta zu 2. Mos. 20, 17 (nicht in unseren Mech.-Ausgg.), welche M. unter Verb. 366 erläutert; H. Geselah I, 9—12; Mor. 111,40. 6) Mor. III, 48. 6) Zu Beroch. IX, 5. Vgl. S. 100 u. A. 3 das.

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