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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 129

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 129)
Language
German
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125 Geschlechtsleben1). Kranke verweist M. auf die Heilmittellehre, deren Abfassung er sich vorgesetzt habe2), widerräth auch Jedem, einen Wohnort ohne Arzt zu wählen3). II. In Krankheitsfällen die ärztliche Behandlung aus einer vermeintlichen Frömmigkeit, die lieber unthätig Gott allein Alles anheimgeben will, abzuweisen, erklärt M. für thöricht. Wir müssten ja sonst, sagt er, auch unsern Unterhalt gänzlich Gott überlassen und ohne Nahrungsmittel bleiben, da diese doch ebenfalls als Heilmittel gegen eine lebensgefährliche Krankheit, gemeiniglich Hunger genannt, aufgefasst werden können4). M. verwirft deshalb eine in jenem Sinne gegebene Erklärung eines Mischnah-Zusatzes5). Jedoch sei ein Unterschied zwischen natürlichen, auf Erfahrung beruhenden und zwischen sympathetischen Heilmitteln zu machen; die letzteren beruhen auf Einbildung und verdienten keine Rücksicht6). III. Sauberkeit in Körper und Kleidung, Vermeidung ekelhafter Nahrungsmittel und Rechtzeitigkeit der Ausscheidungen empfiehlt M. dringend, zumal als äussere Zeichen innerer Reinheit und Lauterkeit7). B. Das Eigenthum soll durch Arbeitsliebe gesichert werden8). Weder Habgier und Hast im Erwerben, noch Lässigkeit und Müssiggang, sondern massige Ansprüche, richtiges Arbeitsmasz und Zufriedenheit sind gutzuheissen9). Viele mosaische Gesetze wollen zu solchem richtigen Masze im Gelderwerb anleiten10). ף Deot IV, 19. 2) Das. IV, 21. Die angeführten Aphorismen des M. (PirTce Moscheh) heissen in der That auch ספר הרפואות• 3) Deot IV, 23 nach der Boraita in Sank. 17 b: 'עשרה דברים ן^ן• 4) So schon HIPPOKRATES, IIspl cpucdW, Cap. 2. 5) Auch raschi zu Bes. 56 a giebt den Mangel an Unterwerfung unter Gottes Fügung als Grund an. 6) Zu Pesach. IV, 9 u. zu Joma VIII, 6. — Hiergegen erklärte sich sal. B. aderet in s. Bescheiden I, 414. 415; s. auch chajes in Darche Mosch, fol. 8. — abr. ibn esra zu 2. Mos. 21, 19 (ורפא ירפא) und Jes. mcnr. VII lässt, auf einen vermeintlichen Sprachgebrauch gestützt, nur äussere ärztliche Behandlung zu, verwirft hingegen die innere in Rücksicht auf 2. Öhr. 16, 12. 7) Mor. III, 33. 41 u. H. Maach. assur. VII, 32. 8) Zu Ab. I, 10: Der gute Zustand des religiösen und weltlichen Lebens benaht auf den Sätzen: אהב את המלאכה ושנא את הרבנות ואל תתודע לרשות- Das• ist nach N וימול ויונך־ן zu lesen; die LÄ. ,ןרץ^ך hat jes. Berlin zu einer gezwungenen Erklärung veranlasst. 9) Deot II, 7. 10) Mor. III, 39 über die Weihe der Baumfrucht im vierten Jahre (3. Mos. 19,

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