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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 126

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 126)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--125-2723067
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122 B. Vorwiegend ethische Benennungen• I. Zum individuellenLeben gehören folgende Bezeichnungen: 1. Heiligkeit (»קדושד). Das Wort bedeutet: a) die richtige Weise der Enthaltung vom Geschlechtsleben und vom Weingenusse1); — b) die ,willige Befolgung der Gebote Gottes2); — c) Sauberkeit der äussern Erscheinung, entsprechend der Lauterkeit des Innern3); — d) Vermeidung leyitischer Unreinheit beim Verkehr im Heiligthum4). 2. Unreinheit (טומאה) ist das Gegentheil der Heiligkeit in allen angegebenen Stücken5). 3. Reinheit (טהרה) wird zur Bezeichnung der Enthaltung und des Gehorsams wie «Heiligkeit» (1, a. b.) gebraucht6). 4. Tugendhaft (חסיד) ist der mit ethischen und dianoötischen Tugenden ausgestattete Mensch7), näher derjenige, welcher in den ethischen Tugenden ein Uebriges thut, indem er dem bessern der beiden Extreme sich ein Wenig zuneigt, so dass sein Thun noch vortrefflicher als sein Wissen ist8). n. Im Verhalten zu Anderen kommen in Betracht: 1. חסד, welches Wort im Zusammenhänge mit der angegebenen Bedeutung von חסיד (I, 4) die Ausübung des sittlich Gebührenden an Anderen bezeichnet, sofern sie über das Masz der berechtigten Ansprüche derselben hinausgeht. Daher ist das Wort in der h. Schrift für Wohlthätigkeit und bei Gott für Gnade gebräuchlich9). 2. צדקה bedeutet, sagt M., nach dem Sprachgebrauche der h. Schrift nicht Gerechtigkeit, sondern ethische Tugend10). Daher wird auch die Tugend der Frömmigkeit so genannt11). — Hur das stammverwandte צדק vereinigt die beiden erstgenannten Bedeutungen. 3. משפט׳ bezeichnet die Rechtspflege, sowohl die lohnende als die strafende9). 4. Sünder, eig. ein gegen die Sittlichkeit sichVer gehender (חוטא) heisst, wer in seinen Handlungen von dem richtigen Mittelmasze in dasjenige Extrem gerathen ist, welches das minder schlimme von den beiden ist. Das Vergehen (חטא) oder die ungebührliche Handlung (פוצל בלתי נכון) ist der Name für das Thun dieser Art. — Dagegen ist lasterhaft (רשע), wer dem schlimmer nExtrem anheimgefallen ist. Aber beiden Extremen kommt der gemeinsame Name «schlecht» (רע) zu12). 5. Durchtrieben lasterhaft (רשע ערום) ist, wer mit Lastern ethi- ף Mor. III, 33 nach 2. Mos. 19, 10. 15 und 4. Mos. 6, 5; vgl. Mor. III, 48. 2) Mor. III, 33 nach Sifra zu 3. Mos. 11, 44; III, 47. 3) Mor. III, 47. A) Mor. a. a. 0. ö) Mor. III, 33. 47. 6) Mor. III, 33, wo es bei tibbon nach Cod. 73 heissen muss: וכן מכוונות 7) Zu Ab. 11, 8. •התורה ה טהרה והקדושה ף Zu Ab. V, 7; Perak. IV; Peot I, 5 (s. ob. S. 85 f.). 9) Mor. III, 53. 10) Das. nach 5. Mos. 24, 13. ״) Das. nach 1 .Mos. 15, 6 und 5. Mos.J>, 25. 12) Zu Ab. v, 14. — Anders saadia in Em. v, 1: נקרא-צדיק מי שרוב מעשיו זכויות ורשע מי שרוב מעשיו חובות V, 3: אך החוטא הוא העובר על מצוות לא תעשה אבל לא על החמורות

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