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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 125

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 125)
Language
German
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121 Was dann insbesondere den Namen des Weisen (חכם) betrifft, so zeigt sieb folgender Sprachgebrauch: a) Es trägt ihn der des Offenbarungsgesetzes Kundige, inwiefern er dessen philosophischen und ethischen Inhalt erfasst hat; — b) es heisst so der philosophisch Gebildete im Gegensatz zu jenem auf Ueberlieferung fussenden Gesetzeskundigen; — c) es führt, wer die Tugenden des Denkgebietes und der Sittlichkeit in vollkommner Weise besitzt, jenen Namen in doppelter Bedeutung, — wie denn auch M. anderswo1) ausdrücklich sagt: der Gelehrte müsse sich vom gemeinen Haufen durch seine Sitten ebenfalls unterscheiden. H. Ein göttlicher Mann (איעז ^היי, אנסאן ^אהי) nach den Philosophen, ein Gottesmann (2(איש אלהים) oder Gottesbote (מלאך חי) nach biblischem Ausdrucke wäre nach M.3) der Name für den Inbegriff aller Tugenden sowohl des Denkvermögens als der Sittlichkeit, wenn nur ein Mensch dieser Art (der Idealmensch) sich in Wirklichkeit fände, — was aber die Philosophen in Abrede stellen4). III. Thierisch (bestialisch) ist, heisst es dann weiter5), wer ohne jede Tugend alle Laster des dianoötischen und ethischen Gebietes in sich vereinigt — eine Erscheinung, deren Vorkommen die Philosophen6) ebenfalls als eine äusserst seltene bezeichnen. IV. Eoh und charakterlos (בור) ist, wer weder ethische noch dianoötische Tugenden hat, aber auch ohne böse Eigenschaften ist7). V. Unwissend, dabei brav sind die als עם הארץ bezeichnten Menschen. Sie haben zwar ethische, aber nicht dianoötische Tugenden. «Volk des Landes» heissen sie nach M., weil sie eben ganz gut sind für Landescultur und bürgerliche Verbände, da ihre Sitten eine gedeihliche Gemeinschaft mit Anderen möglich machen8). VI. Ungeschliffen (גולם*• Äbot V, 7) ist der Mensch, der beiderlei Tugenden hat, aber weder in vollkommnem noch in geordnetem Zustande, sondern verworren und mit eingemischten Mängeln. Nach M.J trefflicher Bemerkung ist der Name von unfertigen Geräthen entlehnt, hat aber seinen Ursprung, allerdings mit anderer Bedeutung, in der Bibel (Ps. 189, 16)9). VII. Verständig (נבון) heisst, wer leicht auffasst und versteht10). A) Deot V, 1. 2) Vgl. jeh. hal. in Kus. IV, 3 p. 316. 3) Zu Äbot V, 14. 4) S. S. 91, A. 2. Die Benennung fteTos dv׳/]p entnimmt arist. das. (NE. VII, 1) der Volkssprache, da die Lacedämonier, wie vor ihm schon plato (Men. 99 D) bemerkt hat, mit dieser Bezeichnung schnell bei der Hand sind, wenn sie ihre Bewunderung für einen Menschen ausdrücken wollen. 5) M. zu Äbot V, 14 u. Brfs. 5aBr. 6) arist. a. a. 0. hat die Benennung &qp1u>&׳y]s, auf welche auch die etwas befremdlichen Worte: הם יבנוהו בשם חיה אחת מן החיות הרעות המזיקות hindeuten, obgleich deren eigenthümliche Fassung wohl einem Bearbeiter des aeist. ihren Ursprung verdanken. Sonderbar bleibt jedenfalls die Heranziehung des Salomonischen לוב שכול, wozu doch Spr. 17, 12 kaum eine Veranlassung giebt. — Uebrigens ist ממין השכליות statt מאין השכליות zu 1esen• 7) Zu Äbot V, 7. Das. ist zu lesen: קבין הרעות p ־־־ •ואין לו גם Anders wird כוך in Talmud (Sotah 22 a) erklärt. 8) maim. a. a. 0. — Auch hierzu vgl. Sota 22 a. 9) maim. a. a. 0. 10) Zu Äb. V, 12.

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