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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 124

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 124)
Language
German
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IRI
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120 haben die besten Männer der jüdischen Vorzeit auch in ihrem ganz gewöhnlichen Thun, auch in der Stille und Verborgenheit ihres häusliehen Lebens und Verkehrs ihre Frömmigkeit und Gottesfurcht bekündet und bewährt. Zu dieser aus Verehrung , und Erkenntniss herrührenden edelsten Gottesfurcht sollen uns namentlich die praktischen Gesetze unserer Offenbarungslehre anleiten; die Ausübung derselben soll uns eine Schule der Unterordnung und der Scheu vor Gott werden, wie die Schrift dies ausdrücklich sagt1). Während also, sagt M. zum Schlüsse, die unserem Gesetze gemäszen Handlungen uns zur echten und höhern Furcht Gottes leiten sollen, sind die in unserer Lehre uns dargebotenen Wahrheiten dazu bestimmt, uns zur Liebe Gottes, zu gänzlicher Hingebung an ihn zu führen, weshalb denn auch mit ausserordentlichem Nachdrucke, wie schon bemerkt, das Gesetz der Liebe in den Worten ausgesprochen wird: «Und du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Vermögen» (5. Mos. 6, 5) 2). — Anhang. Ethische Terminologie des Maimonides. Zur Ergänzung der allgemeinen Ethik des M. schliessen wir hieran noch eine Uebersicht seiner Erklärungen für ethische Ausdrücke, die er zumeist seinen jüdischen Quellen entnimmt. Wir zählen, seiner Eintheilung der Tugenden und Laster gemäsz, zuerst die auf das Erkennen, dann die auf die Sittlichkeit vorwiegend bezüglichen Benennungen auf. A. Vorwiegend auf das Erkennen bezügliche Benennungen• I. Die Ausdrücke חכם und חכמה beziehen sich3) auf viererlei: 1. Theoretische Wissenschaft und metaphysische Erkenntniss, nach Spr. 2, 4 ff. und Ijob 28, 124). 2. Kunst, nach 2. Mos. 85, 10. 25. 3. Praktische Weisheit und tugendhaftes Wesen, nach P$. 105, 22; Ijob 12, 12 5). 4. Schlauheit und List, nach 2. Mos. 1, 10; 2. Sam. 14, 2; Jer. 4, 22. Vielleicht, meint M., ist diese Bedeutung ohne schlimmen Nebensinn die ursprüngliche, aus der die anderen hervorgegangen sind. — 5 ף. Mos. 28, 58. 2) Mor. HI, 52. s) Nach Mor. III, 54. *) Vgl. Zu Abot V, 12; Mor. III, 51. s) Ebenso J)eot I, 4.

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