Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Journal
- Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 119)
- Language
- German
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115 stimmbar1); c) reich, d. h., was jeden Menschen wahrhaft reich machen kann: genügsam2). D. Das glückselige Leben• Nachdem M. in dem ethischen Anhänge seines Moreh die Stufenleiter bis zur Erlangung des höchsten Gutes und innerhalb derselben nachgewiesen, erörtert er3) die Frage, in welcher Weise die dadurch erreichte Glückseligkeit sich in der Gestaltung des Lebens kundgebe. Zunächst zeigt sich die Aristotelische Grundlage der Maimonidischen Ethik selbst in diesem Punkte — ungeachtet des oben4) angegebenen und noch anderer Unterschiede — daran, dass die Glückseligkeit nicht in einem müssigen Wohlgefühle, sondern in einer nur noch gesteigerten, allerdings rein geistigen Thätigkeit gefunden wird. Wem es nach ernster Arbeit gelungen ist, eine wissenschaftlich begründete Gotteserkenntniss zu erlangen, der muss nach M. desto angestrengter bemüht sein, diesen beglückenden Besitz festzuhalten und zu verwerthen. I. Das Erste und Wichtigste ist, die von allen Beimischungen der Einbildungskraft befreite, rein vernünftige Gottesidee in unausgesetzter Wirksamkeit dadurch zu erhalten, dass der Geist ihr ganz sich hingiebt, sie nie fallen lässt und Alles in der Welt zu ihr in lebendige Beziehung setzt5). Das ist der Dienst im Geiste; das ist das Ergebniss der auf wissenschaftlicher Erkenntniss beruhenden wahren LiebezuGott6). Dieser innere Gottesdienst ist Denen eigen, welche ף Nach Aiot iv, 1:איזהו גבור הכובש את יצרו• 2) Nach Abot das.: איזהו עשיר השמה בחלקן• — In der Parallelstelle Jes. hat. VII, 1 wird die Eigenschaft «reich» nicht erwähnt, wohl deshalb, weil deren Begriff und der der «Tapferkeit» nach der hier angenommenen Deutung zusammenfallen. 3) Mor. III, 51. 52. — Vgl. die schöne Stelle in bachja’3 Hpfl. VIII, 4 S. 395 ob. u. unten. 4) S. 101, A. 1. 5) M. verweist hierbei auf 5 Mos. 4, 35. 39; Ps. 100, 3. 6) M. beruft sich auf 5. Mos. 11, 13: י לאהבה את ה* ^היכם ולעברו w0 die vor dem Dienste genannte Liebe eben die Erkenntniss Gottes aus seinen Werken voraussetze. Schon die Alten hätten hier an den innern Dienst (עבודה שבלב) Se־ dacht — was indessen in den bezüglichen Stellen (Sifre z. St.; Tarn• 2a; Jer. Berach. IV, 1 Anf.) nur auf das Gebet bezogen wird; — ferner führt M. 1 Chr. 28, 9 an. Vgl. übrigens auch ob. S. 21, A. 6. 8*