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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 118

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 118)
Language
German
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IRI
…/2720904-2720961--117-2723059
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114 Scheidewände persönlicher Mängel und Gebrechen gab es bei ihm nicht. Nur Eine Scheidewand war auch für ihn vorhanden, und das war seine irdische Hülle, von der sein Geist auf Erden sich nicht ganzlieh ablösen konnte1). Das ist die durchsichtige Scheidewand oder das die Sehkraft nicht hemmende Glas (specularia)2), durch welches Moseh, nach dem Ausdrucke unserer Alten3), die höchste Wahrheit erschaut hat. Er konnte im Vollgefühle seiner Würdigkeit die Bitte wagen, die Herrlichkeit Gottes schauen zu dürfen. Und er schaute sie fast, nur nicht so kenntlich und unterscheidbar, wie etwa das Auge einen Menschen unterscheidet, den es von vorn, sondern nur, wie wenn es ihn im Bücken gesehen hat4). Um daher den höchsten Grad dianoetischer und ethischer Tugenden von Jemand auszusagen, gebrauchten die Alten den Ausdruck: er wäre würdig gewesen, Träger der sich offenbarenden Herrlichkeit Gottes wie ein Prophet zu werden — wobei sie Moseh und Josua als Beispiele nennen, natürlich ohne damit gerade eine prophetische Stufe angeben zu wollen5). Die Unentbehrlichkeit der Tugenden jeder Art beim Propheten besage auch, schliesst M., ein talmudischer Ausspruch6), demzufolge jeder Prophet dreierlei sein muss: a) weise (חכם), d. h. im Besitze aller Tugenden des Denkvermögens; b) tapfer, d. h. in diesem Zusammenhange: frei folgend seiner Vernunft, nie durch die Lust bel) Vgl. Mor. III, 9. צ) Nach dem Original u. Cod. 78 hat M. hier die LA. אספקלריא המאירה העינים• zu AÄw2 ,80 ׳ erklärt אספקלריא מאירה: richtig zeigendes G־las, nicht: Spiegel, wie JR. Schimschon das.; raschi zu Suhhah, 45b scheint mit M. übereinzustimmen. 8) Jebam. 49 b. 4) In Bezug auf 2. Mos. 83, 23. — Vgl. Jes. hat I, 10; Mor. I, 21. 87. 38. 5) Sulck. 28 a; Bab. batr. 134 a. — In Sanh. 11a hat r. sal. luria (רש״ל) die Worte כמשה רבינן *acht, wie r. jes. BERLIN z. St. andeutet, aus Rücksicht auf 5. Mos. 34, 10 gestrichen, sondern wegen des sogleich folgenden parallelen Ausdruckes, wo die Worte ebenfalls nicht stehen; denn es ist daraus in der That zu folgern, dass dieselben ein willkürlicher Zusatz seien, entstanden aus der Geläufigkeit dieses Wortlautes. Wo hingegen נון p ׳9 כיהושעl8 Gegensatz folgt und danach die Worte כמשה רבנן unzweifelhaft sind, wie an den zwei zuerst genannten Stellen, hat auch luria keinen Anstoss genommen und Nichts angemerkt — was ja nach r. jes. BERLIN unerklärlich wäre. 6) Sabi. 92a: אין הנבואה שורה על חכם גמר ועשיר•

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