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Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung · 1876-01-01 · 1876 · page 117

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Journal
Bericht des Jüdisch-Theologischen Seminars Fraenckel'scher Stiftung
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 117)
Language
German
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118 Moreh auseinandergesetzt 1). Dieselben ergaben sich für ihn schon ans den persönlichen Eigenschaften, die ihm beim Propheten unerlässlich zu sein und eigentlich erst die Möglichkeit einer allerdings vom Willen Gottes abhängigen Inspiration zuzulassen schienen2). Zu diesen persönlichen Eigenschaften rechnet M. unter Anderem die uns hier interessirenden Vollkommenheiten des Denkvermögens in philosophischer Erkenntniss und des sittlichen Verhaltens im Fühlen, Wollen und Handeln3). Die Tugenden des Erkenntnissgebietes, heisst es im siebenten Abschnitte der Einleitung m Abot, müssen allerdings bei jedem Propheten ohne Mangel sich vorfinden. Anders sei es im Bereiche der Sittlichkeit. Da gebe es allerdings Fehler, welche die prophetische Wirksamkeit gänzlich ausschliessen4). Aber es kämen auch bei den Propheten sittliche Mängel minder erheblicher Art vor, welche die Prophetengabe zulassen, jedoch deren Stufe allerdings verringern. Und das seien die Scheidewände5) in grösserer oder geringerer Zahl, hinter denen nach den Worten des Midrasch6) die Propheten Gott schauen; jeder menschliche Mangel sei eine solche Scheidewand, wie ja schon der Prophet (Jes. 59, 2) die Sünden als eine Scheidung zwischen Gott und Menschen bezeichnet hat7). Nur Einen Propheten hat es gegeben, in dem alle ethischen und dianoetischen Tugenden in vollkommner Weise vereinigt waren, und dieser Eine war Mos eh8). ’) Mor. II, 45; vgl. Jes. hat. VII, 2. 2) Mw. II, 32; vgl. Jes. hat. VII, 5. 8) Mor. II, 86; EM zu Sank, X; Jes. hat VII, 1. 4) M. führt als Beispiele an: den Zorn Eliseha’s, nach Pesach., 66b im Anscblnss an 2. Kön. 3, 14. 15; die Betrübniss und Sorge Jakob’s nach Onkelos zu 1. Mos. 45, 27 und Pirke B. Elieser, 38; den allgemeinen Ausspruch im Talmud {Pesack. 117a); אין השכינה שורה לא מתוך עצלות ולא מתוך עצבות?1א מתוך דבר שמחה (so ist der Wortlaut der Anführung in Cod. 73 und im Original bei Pococke). Vgl. Mor. II, 36. 5) Nach Steinschneider zu dem M. zugeschriebenen Maamar hajichud S. 21, A. 44 (s. das.) ist der Ursprung des Bildes, das M. mit der Benennung: «Vorhang» oder «Decke» auch Mor. 111,9. 51 anwendet, der Brauch der persischen Könige, hinter einem Vorhänge unsichtbar Audienz zu ertheilen. Ferner sei die Hülle auf dem Angesichte Moseh’s (2 :מסוה. Mos. 34, 33 ff.) in diesem Sinne gebraucht worden, wie der christliche Spott (2. Kor. 3, 13 ff.) zeige. 6) Wajikra r., I. 7) Vgl. Mor. III, 51. 8) Ueber die vier Vorzüge der Prophetie des Moseh vor der der anderen Propheten handelt M. in der Eint zu Sank. X, Grl.-A. 7; Jes. hat. Vn, 7; Mor. II, 35. 8

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